Konz

Konz (von lateinisch contionacum) ist eine Stadt im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der Verbands-gemeinde Konz, der sie auch angehört. Konz ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.

An der Mündung der Saar in die Mosel haben schon in der Bronzezeit Menschen gelebt. Die Römer bauten für ihre Straße von Trier nach Metz eine sechsbogige Steinbrücke mit zwei Türmen über die Saar.

Kaiser Valentinian I. (364-375) erkannte den landschaftlichen Reiz des Platzes über den zwei Flüssen in der Nähe der Metropole Augusta Treverorum (Trier) und ließ auf der Anhöhe eine prunkvolle Villa von gut 80 x 38 m Ausdehnung errichten, die ihm als Sommerresidenz diente.

Von hier aus wurde ein Weltreich regiert, aber nach dem Frankensturm verfiel auch die prächtige Villa und im Mittelalter wurde dort eine Kirche errichtet.

Aus dem keltischen Eine »contionacum entstand Konz, das erst mit der Entwicklung der Eisenbahn wieder von seiner verkehrsgünstigen Lage profitieren konnte. Die Linien von Saarbrücken, Metz, Luxemburg und aus dem Sauertal trafen sich hier mit der Verbindung nach Trier, Eisenbahnbrücken überspannen seitdem Mosel und Saar.


        

Geschichte

Eine »Contionacum« war der Name einer spätrömischen Kaiservilla (»die Kaiservilla von Konz«), deren Reste ergraben und die auch in antiken Quellen genannt wird.

Besondere geschichtliche Bedeutung erlangte die am 11. August 1675 bei Konz ausgefochtene »Schlacht an der Konzer Brücke« während des »Holländischen Krieges«. Kaiserliche Truppen schlugen unter Führung des Generals Grana das Heer Ludwig XIV. unter Marschall François de Bonne de Créqui vernichtend.

Zur Erinnerung an diese Schlacht errichtete man im Jahre 1892 auf der Granahöhe, einer niedrigen Felsterrasse am Rande des Schlachtfeldes unweit der Konzer Brücke, das Granadenkmal.

Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Konz durch die verkehrsgünstige Lage zu einem Eisenbahnknotenpunkt. Die Linien von Saarbrücken, von Thionville, von Luxembourg und aus dem Sauertal treffen sich hier mit der Verbindung nach Trier, Eisenbahnbrücken überspannen seitdem Mosel und Saar.

Am 24. November 1937 wurde der Gemeindename Karthaus-Konz in Konz geändert.

Konz im Jahr 1589

Am 18. Juli 1946 wurde Konz gemeinsam mit weiteren 80 Gemeinden der Landkreise Trier und Saarburg dem im Februar 1946 von der übrigen französischen Besatzungszone abge-trennten Saargebiet angegliedert, das zu der Zeit nicht mehr dem Alliierten Kontrollrat unterstand. Am 6. Juni 1947 wurde diese territoriale Ausgliederung bis auf 21 Gemeinden wieder zurückgenommen, damit kam Konz an das 1946 neugebildete Land Rheinland-Pfalz.

Im Jahre 1959 wurde Konz zur Stadt erhoben. 2009 wurde das 50-jährige Stadtjubiläum gefeiert.

Am 7. Juni 1969 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Kommlingen eingemeindet. Am 7. November 1970 erfolgte die Eingemeindung von Filzen, Könen, Mennig und Oberemmel. Die Gemeinde Filzen war zuvor am 7. Juni 1969 aus den Gemeinden Filzen und Hamm bei Filzen neu gebildet worden, die Gemeinde Mennig entstand am selben Tag aus den Gemeinden Krettnach und Niedermennig.

            

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Volkskunde- und Freilichtmuseum Konz
  • Westwallmuseum
  • Freilichtmuseum Roscheider Hof
  • Kloster Karthaus
  • Evangelische Kirche Konz-Karthaus
  • Museum Westwallbunker Villa Gartenlaube
  • Saarmündung
  • Zwei Skulpturenwege ›Steine am Fluss‹ und ›Skulpturen am Fluss‹, Teilabschnitte des ›Skulpturenwegs Rheinland-Pfalz‹
  • Der Fernwanderweg ›Moselsteig‹ (führt durch den Ort)
  • Historische Ölmühle im Ortsteil Niedermennig
  • Konzer Doktorbrunnen
  • Ruinen der Kaiservilla
  • Fresken von Georg Meistermann an der Stadtbibliothek (ehemaliges Zettelmeyer-Verwaltungsgebäude) und in der Kirche St. Nikolaus

     

Wirtschaft und Infrastruktur

Die im sogenannten »Konzer Tälchen« liegenden Stadtteile sind erheblich geprägt vom Weinbau und führen dazu, dass Konz mit 256 Hektar bestockter Rebfläche nach Piesport, Zell und Leiwen viertgrösste Weinbaugemeinde an der Mosel ist. Es wird traditionell überwiegend Riesling vor allem am Steilhang angebaut.

Industriell als auch städtebaulich entwickelte sich die Stadt in ihrem Ursprung durch die Eisenbahn, auch wenn seit den 1950er Jahren durch die Bahn bei den Bahnhöfen in Konz die meisten Arbeitsplätze abgebaut wurden.

Die Eisenbahnanlagen waren für Konz dominant, wozu auch Bahnbrücken über die Mosel (Konzer Moselbrücke) und die Saar gehörten. Die im Volksmund als »Hindenburg-brücke« bezeichnete zweite Eisenbahnbrücke (1912 in Betrieb genommen) führte über die Mosel, wurde jedoch Ende des Zweiten Weltkrieges zerstört.

In Konz treffen sich die Eisenbahnlinien »Luxemburg–Igel–Trier, »Thionville–Trier« und »Saarbrücken–Trier« sowie ein Abzweig zur Trierer Weststrecke, so ist auch die Anzahl von vier innerstädtischen Bahnhöfen zu erklären.

Im Jahre 1897 wurde durch Hubert Zettelmeyer das Straßenbau- und Maschinenbau-unternehmen Zettelmeyer gegründet. Dieser Betrieb war neben der Eisenbahn ein weiterer Garant für die industrielle Entwicklung der Stadt. 1981 wurde der Traditionsbetrieb vom Stadtzentrum in das Industriegebiet Konz-Könen verlagert.

Die Arbeitsplatzverluste bei der Eisenbahn wurden durch die Ansiedlung zweier weiterer Betriebe der Kunststoff- bzw. Textilverarbeitungsindustrie (Pegulan-Werke und KUAG) Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre zumindest mittelfristig etwas kompensiert.