Die Geschichte bis ins 16. Jahrhundert

Vor- und Frühgeschichte

Reste des Römerkastells, Foto: Phrontis

Im Kernbereich von St. Johann wird eine vorge-schichtliche Siedlung vermutet, die jedoch von heutiger Bebauung überdeckt ist, sodass es nur zu Zufallsfunden kommt. 

Jagdbeutereste (Auerochsen-Hornzapfen) aus der Altsteinzeit wurden in Burbach gefunden. 

Aus der Jungsteinzeit wurden in St. Johann Steinklingen und Keramik gefunden. 

Ein Hügelgrab in Brebach-Fechingen und ein Gehöft in Güdingen mit bedeutenden Fundresten (z. B. bronzene Radnadel) stammen aus der Mittleren Bronzezeit. In St. Johann wurden an einem Bestattungsplatz Hals- und Armringe aus der Eisenzeit entdeckt.

 

Antike

Im Bereich von Alt-Saarbrücken existierte bereits in vorrömischer Zeit eine Siedlung der Mediomatriker. Auf dem Sonnenberg befand sich eine keltische Höhenburg mit Fürstensitz.

Mithras Heiligtum auf dem Halberg

Flussaufwärts vom heutigen Stadtkern, im Stadtteil St. Arnual und im Bereich des Großmarktes am Fuß des Halbergs, sind römische Siedlungsreste nachgewiesen. 

Der auf einem Meilenstein nachgewiesene Ortsname der Siedlung am Halberg war »Vicus Saravus« (Saarort). Mit diesem Vicus bildete sich zum ersten Mal im heutigen Saarbrücker Stadtgebiet ein Siedlungszentrum heraus. Hier kreuzten sich zwei Fernstraßen (Metz-Mainz, Straßburg-Trier).

Eine römerzeitliche Siedlung auf der hochwasserfreien Terrasse im heutigen St. Johann wird vermutet, ein Knüppeldamm im Bereich der heutigen Dudweilerstraße und Gerberstraße ist nachgewiesen.

Die erste Bebauung des »Vicus Saravus« entstand in der frühen Kaiserzeit parallel zum Flusslauf der Saar. Ein Friedhof der Siedlung befand sich innerhalb, einer außerhalb der Ortsbebauung am Fuße des Halberges.

Die Quellen des Schwarzenberges wurden seit der Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. mithilfe einer über- und unterirdischen Wasserleitung in die Siedlung geleitet. Am Eschberg sind ein Merkurtempel und am Halberg ein Mithras-Heiligtum nachgewiesen.

Hypokaustheizungen und Funde von medizinischen Gerätschaften deuten auf einen gewissen Komfort und ärztliche Versorgung hin.

Die Straßenverbindung zum anderen Saarufer war ursprünglich durch eine Furt, später durch eine Brücke gewährleistet, welche wohl bis ins hohe Mittelalter nutzbar war und deren Reste im Jahr 1863 im Zuge der Saarkanalisation gesprengt wurden.

Weitere Brückenübergänge befanden sich oberhalb des heutigen Güdingen und waren bis ins 17. Jahrhundert benutztbar.

Die Vorgängerbauten am Ort der heutigen gotischen Stiftskirche Sankt Arnual sind ebenfalls römischen Ursprungs. Weitere Funde werden im Bereich des St. Arnualer Marktes und im ehemaligen Stiftsbezirk vermutet.

Der prosperierende Vicus Saravus wurde im Jahr 275/6 n. Chr. bei einem Einfall der Alamannen vollständig niedergebrannt. Nach dem Wiederaufbau fiel die Siedlung vermutlich im Jahr 350 n. Chr. einem Germaneneinfall zum Opfer, was den raschen Niedergang des Ortes zur Folge hatte.

In spätrömischer Zeit hatte man zum Schutz vor Einfällen den Bau eines Kastell auf unregelmäßigem sechseckigen Grundriss begonnen. Es bildete einen Brückenkopf und bezog Straße und Saarbrücke mit ein. Die Ecken des Kastells, das Raum für eine kleine römische Garnison bot, waren durch Rundtürme gesichert. 

Der Vicus Saravus fiel mit den letzten Germanenstürmen zu Beginn des fünften Jahrhunderts, bzw. mit dem Durchzug der Hunnen auf ihrem Zug Richtung Metz.

Stiftskirche St. Arnual

Links der Saar, rund um die Stiftskirche Sankt Arnual, befand sich nachweislich eine römische Siedlung mit einer größeren Villa. Weitere römische Besiedlungen wurden im gesamten heutigen Stadtgebiet gefunden.

 

Mittelalter

Ab ca. 520 siedelte sich fränkische Bevölkerung neben ansässig gebliebenen Gallo-Romanen an. In den Ruinen der römischen Villa im heutigen Stadtteil St. Arnual wurde in merowingischer Zeit Anfang des 7. Jahrhunderts eine erste Kirche als Grablege des Metzer Bischofs Arnual errichtet.

Diese Kirche war das Zentrum einer Klerikergemeinschaft im damaligen Dorf Merkingen, das später nach dem heiligen Arnual umbenannt wurde. 

Es soll sich bei der Kirche um eine Schenkung des merowingischen Königs Theudebert II. handeln. Ab ca. 830 entwickelte sich die Merkinger Klerikergemeinschaft zu einem Kollegiatstift.

Die ältesten urkundlich erwähnten Orte, die heute zur Landeshauptstadt Saarbrücken gehören, sind Fechingen (777), Eschringen (893), Dudweiler (977) und Malstatt (960).

Im Vertrag von Verdun im Jahr 843 kam bei der Teilung des Karolingerreiches die Saargegend zum Mittelreich Kaiser Lothars (Lotharii Regnum). Vermutlich entstand um diese Zeit auf dem Saarfelsen, wo heute das Saarbrücker Schloss steht, eine Burg, die sich im königlichen Besitz befand.

Diese Burg wurde in einer Schenkungsurkunde Kaiser Ottos III. vom 14. April 999 erstmals als Königsburg »castellum Sarabrucca« erwähnt, die dem Metzer Bischof Adalbero II. geschenkt wurde. 

König Heinrich IV. bestätigte in einer Urkunde vom 3. April 1065 die Vergabe der Burg Saarbrücken an den Bischof von Metz, Adalbero III. von Luxemburg.

Im Zeitraum der Jahre 1085/1088 wurden die Saargaugrafen mit der Saarbrücker Burg belehnt. Seit 1118 bzw. 1123 benannten sich die Saargaugrafen nach der Burg »Grafen von Saarbrücken«.

Am 1. Dezember 1145 hatte Papst Eugen III. in Vetralla mit der ersten »Kreuzfahrtbulle« Quantum praedecessores zu einem zweiten Kreuzzug aufgerufen. Nach einer diesbezüglichen Predigt von Bernhard von Clairvaux hatte der französische König Ludwig VII. am 31. März 1146 in Vézelay feierlich seine Teilnahme am Kreuzzug erklärte.

Ludwig sollte das Oberkommando über den Kreuzzug erhalten, dem sich nun immer mehr Freiwillige, nicht nur aus Frankreich, sondern auch aus Flandern, England und Norditalien anschlossen. 

Das französische Kontingent des zweiten Kreuzzuges traf im Jahr 1147 unter Führung König Ludwig VII. in St. Arnual ein. Hier war durch eine römer-zeitliche Brücke der Saarübergang für ein größeres Heer auf dem Weg von Metz nach Worms möglich.

Das Stift St. Arnual und der Trierer Bischof Albero von Montreuil organisierten am ersten Sonntag nach Trinitatis für den französischen König und den späteren Grafen der Champagne, Heinrich den Freigiebigen, ein Festbankett und versahen sie mit Reiseproviant.

Saarbrücker Schloss, Foto: Flicka

Auf Befehl Kaiser Friedrich I. (»Barbarossa«) wurde die Saarbrücker Burg teilweise zerstört. Nach dem Jahr 1171 wurde die Burganlage neu aufgebaut und eine kleine Siedlung westlich der Burg entstand, in der sich in der Umgebung der Burg Burgmannen, Händlern und Schutzsuchenden ansiedelten; die Siedlung (Alt-)Saarbrücken entwickelte sich.

Im Jahr 1227 wurde durch Simon III. die »Deutschordenskommende St. Elisabeth« ge-gründet, die karitative Aufgaben und beschränkte Gerichtsbarkeit erhielt und in den nachfolgenden Generationen zu beträchtlichem Ansehen und Einfluss gelangte. Die im 13. Jahrhundert als Krankenstation gebaute Kapelle gilt als das älteste noch bestehende mittelalterliche Gebäude Saarbrückens.

Ab ca. 1250-1270 wurde die alte Stiftskirche St. Arnual durch einen gotischen Neubau ersetzt, der heute noch besteht. Um diese Zeit wurde der Saarübergang von St. Arnual ins heutige Stadtzentrum verlegt.

Eine Fährverbindung zwischen Saarbrücken und der Nachbarsiedlung St. Johann gewährleistete den Transport von Ufer zu Ufer. 

Die Öffnung des Gotthardpasses nach 1220 führte zu einem Anwachsen des Süd-Nord-Handelsverkehrs, der eine wichtige Route über Saarbrücken nahm.

Eine Siedlung namens »Habschied« beim heutigen Südfriedhof wurde im Jahr 1252 erstmals urkundlich erwähnt. Sie fiel allerdings im dritten Viertel des 15. Jahrhunderts wüst. Kurz nach der Nennung von »abschied« kam es im Jahr 1259 zur Nennung der Siedlung »Breitenbach« beim heutigen Deutsch-mühlenweiher. Auch sie fiel nach 1452 wüst.

Nach 1261 wurde an der Stelle der heutigen Schlosskirche mit dem Bau der St. Nikolauskapelle begonnen. Das Bestehen des Dorfes St. Johann mit seiner Johanneskapelle wurde erstmals im Jahr 1265 urkundlich erwähnt. 

Der heutige Saarbrücker Stadtteil Burbach wurde erstmals um das Jahr 1290 urkundlich erwähnt.

Graf Johann I. von Saarbrücken-Commercy verlieh im Jahr 1322 Saarbrücken (dem heutigen Stadtteil Alt-Saarbrücken) und St. Johann in einem Freiheitsbrief das Stadtrecht. 

Die Siedlung Eschberg wurde im Jahr 1393 erstmals erwähnt.

Saarbrücker Schloss

Im Jahr 1353 fiel Saarbrücken an das Haus Nassau (Walramische Linie), in dessen Besitz Stadt und Grafschaft bis zur Französischen Revolution und zum Wiener Kongress blieben.

König Wenzel der Faule verlieh im Jahr 1398 das Münzrecht an den Saarbrücker Grafen Philipp I. von Nassau-Saarbrücken-Weilburg. Die Saarbrücker Handwerker organisierten sich vor 1412 in Zünften.

Die Saarbrücker Gräfin Elisabeth von Lothringen wurde in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts zur Wegbereiterin des Prosaromans in frühneu-hochdeutscher Sprache. Sie übersetzte und bearbeitete um 1437 vier französische höfische Romane (Chanson de geste): »Herpin«, »Sibille«, »Loher und Maller« und »Huge Scheppel«.

Im Jahr 1459 wurde eine neue Befestigung der Burg durch den Grafen Johann III. begonnen und die Burgkapelle in den folgenden Jahren verlegt. Ab dem Jahr 1462 führte das Saarbrücker Stadtgericht ein eigenes Siegel. Dieses Siegel ist bis heute ein Bestandteil des Saarbrücker Stadtwappens.

Ab ca. 1470-1480 wurde die alte Nikolauskapelle in Saarbrücken durch die heutige spätgotische Schlosskirche ersetzt. 

›Alte Brücke‹ um 1925

Vermutlich auf Veranlassung Kaiser Karls V. wurde der Bau der heutigen Alten Brücke über die Saar durch Graf Philipp II. in den Jahren 1546-1548 begonnen. 

Ab dieser Zeit begann in der Grafschaft Saarbrücken die Ausbreitung reformatorischen Gedankengutes ausgehend vom St. Arnualer Kollegiatstift, das im Jahr 1569 aufgelöst wurde. 


 Quelle: Wikipedia.org u.a.