Ehemaliges Kloster St. Matthias in Nennig

Eine der ältesten Pfarrgemeinden des Saarlandes befindet sich im Perler Ortsteil Nennig. Die Pfarrgemeinde Nennig mit ihrem Patron St. Martin besteht nachweislich seit dem Jahr 924. Der Pfarrbezirk gehörte vermutlich zum Obereigentum des Trierer Bistums.

Am 6. Februar 1147 bestätigte Papst Eugen III. dem Kloster St. Matthias den Besitz der Pfarrkirche Nennig. Im Jahre 1261 zerstörte der Erzbischof Heinrich von Binstingen aus Zorn gegen die Abtei St. Matthias unter anderem auch das Dorf Nennig.

Um 1330 erscheint Nennig dann als Pfarrei des Landkapitels Perl. Bei der Visitation 1569 war der Hl. Martin bereits Patron der Kirche. Nennig mit Berg und Wies gehörte fortan bis zum Jahre 1810 zu zwei verschiedenen Bistümern (Metz und Trier).

Bereits seit dem Jahr 1801 war der Staat verpflichtet, dem Pfarrer ein Gehalt zu zahlen; die Zehnpflicht wurde aufgehoben, das Grundeigentum des Klosters St. Matthias in Nennig wurde ebenfalls verstaatlicht.

Vom Bistum Trier wurde 1803 in Nennig eine Pfarrei errichtet. Erst am 15. Juni 1810 überließ das Bistum Metz seine Diözesanen dem Pfarrer von Nennig. Die Bistumsgrenze blieben jedoch bestehen.

Ebenfalls im Jahr 1803 wurde im Auftrag Napoleons jeglicher Besitz, der nicht unmittelbar der Seelsorge diente, an den Staat übereignet.

Die Pfarrangehörigen, die schon vor dem Jahre 1803 das Geld für eine neue Kirche angespart und in Kloster St. Matthias hinterlegt hatten, standen nach der Plünderung des Klosters durch Napoleons Truppen vor dem Nichts. Sie bauten ihre Kirche in Eigenarbeit und aus Eigenmitteln bis zum Jahre 1804 in fast ihrer heutigen Form auf.

Nach dieser Zeit ist vom Nenniger Kloster St. Matthias nichts mehr über-liefert.