Karl der Große - ein Sohn des Dreiländerecks?

Karl der Grosse, Louvre in Paris

Karl I. (Karl der Große) 

lateinisch: »Carolus Magnus«, englisch und französisch: »Charlemagne«

Vater: Pippin III. (Pippin der Jüngere),  der Sohn von Karl Martell

Mutter: Bertrada die Jüngere (aus dem fränkischen Adel stammend)

geboren: am 2. April 747 od. 748

(ältere Forschungen nennen auch das Jahre 742 und beziehen sich in der Rückrechnung darauf, dass er lt. einem damaligen Zeitzeugen »mit 72 Jahren« gestorben sei).

Geburtsort: Diedenhofen??? (heute: Thionville/F) 

Dass Karl in Diedenhofen geboren sei, ist zwar umstritten, aber sehr wahrscheinlich, insbesondere wenn man die Vita seiner Eltern Pippin III. und seiner Mutter Bertrada berücksichtigt. 

Auch Prüm wurde manchmal als Geburtsort angenommen. Zwar war seine Mutter Bertrada oft und gerne in Prüm, jedoch spricht vieles dafür, dass das erst viel später war, denn das dortige Kloster wurde von Bertrada der Jüngeren erst im Jahr 752 mit Benediktinermönchen aus Meaux bei Paris neugegründet (Erstgründung 721 durch Bertrada der Älteren mit Mönchen aus dem Kloster Echternach).

Auch Jupiler (Belgien), St. Denis bei Paris (wo Pippin, Bertrada und ihre beiden Söhne Karl und Karlmann am 28.7.754 vom Papst in der Klosterkirche gesalbst wurden) und Aachen scheiden aus ähnlichen Gründen als Geburtsort aus

             

Der Tod von Karl dem Großen

Karlsschrein Aachen

gestorben: am 28. Januar 814 in Aachen, noch am Todestag beigesetzt in der Pfalzkapelle (Marienkirche) Der genaue Ort ist unbekannt. Man glaubte lange Zeit, der heutige Westbau der Aachener Domkirche sei die wahrscheinlichste Stelle.

Über dem Grab soll Überlieferungen zufolge ein vergoldeten Bogen mit einem Bildnis und einer Inschrift gewesen sein. Dieses Monument wurde vermutlich kurz vor dem Normanneneinfall von 882 entfernt, damit Karls Gebeine nicht gefunden und die Grabbeigaben nicht geplündert werden konnten.

Im Jahr 1000 ließ einigen Angaben zufolge Otto III. das Grab Karl des Großen suchen und öffnen. Angeblich wurde bei dieser Graböffnung Karls Leichnam in einer Grabkammer auf einem Thron sitzend gefunden.

Die Glaubwürdigkeit dieser Legende darf angezweifelt werden, denn eine »Sitzbestattung« Karls auf einem Thron wäre im Jahre 814 sehr ungewöhnlich gewesen und ist von Archäologen nicht bewiesen.

Königsthron in Aachen, Foto: Holger Weinandt

Wegen der Heiligsprechung Karls im Jahre 1165 und der damit verbundenen »Erhebung seiner Gebeine« musste sein Grab ein zweites Mal gesucht werden. Nach Angabe des Kaisers  Friedrich I. (Barbarossa) verhalf dabei eine »göttliche Eingebung« zur Auffindung des Grabes, welches zum Schutz vor Feinden unkenntlich gemacht worden war.

Barbarossas Enkel Friedrich II. überführte 1215 die Gebeine Karl des Großen in den vergoldeten Sarkophag (Karlsschrein), welcher heute im Chor des Aachener Doms steht.

Ungewiss ist, wie und wann Karls Gebeine in den Marmorsarkophag kamen, welcher in der Aachener Domschatzkammer zu sehen ist. Sicher ist nur überliefert, dass Karl 814 im Boden bestattet wurde.

Es wird angenommen, dass Friedrich I. Barbarossa die Gebeine Karls nach der Graböffnung 1165 in diesem römischen Sarkophag aus dem 2. Jhdt. aufbewahren ließ, bevor sie später in den vergoldeten Karlsschrein gelangten.

Allerdings muss angemerkt werden, dass während einer drei Jahre andauernden Suche von Archäologen im Jahre 2007 bis zum Mai 2010 kein entsprechendes Grab im Bereich des heutigen Domes gefunden.

Frankenreich unter Karl dem Großen

Die ältesten Funde im heutigen Westbau werden dem 13. Jahrhundertzugeordnet und sind demnach deutlich jünger als ein mögliches Grab Karls. Laut Angaben der Archäologen besteht jedoch die Möglichkeit, dass das Grab unter dem heutigen Domhof liegen könnte. 

Nachdem Karl der Große im Jahre 774 Desiderius und seine Langobarden besiegt hatte, gab er sich den Titel »König der Franken und Langobarden« (und Schutzherr der Römer). 


Signum »KAROLVS Caroli gloriosissimi regis« 

Das Signum Karls des Großen unter einer am 31. August 790 in Kostheim ausgefertigten Urkunde: Eigenhändig ist nur der v-förmige Vollziehungsstrich innerhalb des rautenförmigen O des sogenannten Karlsmonogramms, durch den die obere Hälfte des O zugleich als A (für KAROLVS) gelesen werden soll. Der lineare Text beiderseits des Kreuzrhombus-Monogramms lautet Signum (M.) Caroli gloriosissimi regis («Zeichen des überaus glorreichen Königs Karl«).      

Chronik Karls des Großen

Papst Leo III. (*750 bis †816) wurde 795 nach dem Tod von Papst Hadrian I. dessen Nachfolger. Er war ganz und gar nicht so beliebt wie sein Vorgänger. Leo III. galt in weiten Kreisen als hinterhältiges Schlitzohr, Spitzbube und Betrüger. Er war regelrecht verhasst. 

Auch Karl der Große, sein Hof und die Menschen in Franken pflegten eine berechtige Abneigung zu diesem Papst. Als Leo III. 799 in Rom Opfer eines schmerzhaften Attentates wurde, kam kein Wort des Bedauerns über Karls Lippen. 

Über Leo III. kam es kontroversen Diskussionen zwischen Karl, Karls Söhnen und anderen wichtigen Amtsträgern. Lediglich Ludwig der Fromme (ein Sohn Karl des Großen), der ohnehin ein geistliches Leben als dem eines Nachfolgers Karls vorgezogen hätte, stellte sich auf die Seite des Papstes.

Kaiserkrönung Karls I.

Karl jedenfalls zog im Sommer 800 nach Rom. Leo III. empfing ihn Ende November weit vor den Toren der Ewigen Stadt und legte am 23. Dezember einen  Reinigungseid ab, der ihn von den Vorwürfen der Verschwörer aus Kreisen des  Adels entlasten sollte. Inwieweit dieser freiwillig von ihm geleistet wurde,  muss dahingestellt bleiben. 

Am Weihnachtstag (26.12.) des Jahres 800 wurde Karl von Papst Leo III. im Alt St. Peter in Rom zum Kaiser gekrönt und war fortan Alleinherrscher eines riesigen Reiches.