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Karls Kinder proben den Aufstand 

Die erste Ehefrau war Himiltrud. Ab 767 lebte Karl mit seiner Jugendliebe, der Tochter eines Heerführers der »Scara franzisca« (-> »Heiligen Schar«), in einer sogenannten »Friedelehe«.

Aus dieser Verbindung stammt der Sohn Pippin der Bucklige (etwa *770/772 bis †811).

Auf Betreiben von Karls Mutter Bertrada, musste Himiltrud 769 den Hof verlassen, weil Karl aus politischen Gründen Desiderata, die Tochter des Langobardenkönigs Desiderius, heiraten sollte. Himiltrud ging mit dem gemeinsamen Kind Pippin dem Buckligen ins Kloster St. Denis, nördlich von Paris.

Karl der Große und Pippin der Bucklige, darunter ein Schreiber. Kopie aus dem 10. Jahrhundert von einem verlorenen Original aus den Jahren zwischen 829 und 836

Pippin wäre als Erstgeborener im Grunde genommen Thronanwärter gewesen, hätten nicht zwei Dinge dagegen gesprochen.

Zum einen wollten die Franken scheinbar keinen König, der durch einen Buckel körperlich beeinträchtigt war, zum anderen wurde gemunkelt, Himiltrud sei weniger rechtmäßige Gattin, als mehr Konkubine gewesen. Letzteres ging gar nicht!

        

Warum unternahm Pippin der Bucklige einen Um-sturzversuch?

Pippin hatte sein ursprüngliches Erbrecht auf die Thonfolge spätestens dann verloren, als sein Halbbruder Karlmann (-> aus der dritten Ehe Karls des Großen mit Hildegard, *777/†810) auf die Welt kam. Karlmann wurde später (781) von Papst Hadrian I. umgetauft, erhielt den Namen Pippin und bekam den Titel »König von Italien«.

Obwohl noch ein Kind und bis zur Pubertät unter der Betreuung zweier Kirchenmänner stehend, sollte Pippin als »König von Italien« das Herrscher-geschlecht der Karolinger in Italien repräsentieren.

Das alles schreckte Pippin den Buckligen keineswegs ab. Um doch noch sein verbrieftes Recht durchzusetzen, unternahm er 792 mit einigen ebenfalls unzufriedenen Adeligen einen Umsturzversuch. 

       

Wer vereitelte den Umsturzversuch Pippin des Buckligen?

Das war (angeblich) ein gewisser »Kaplan Fardulf«, ein untergeordneter Priester am Hof Karls des Großen mit geringfügiger - wenn überhaupt - eigenständiger Verantwortung. 

Er hat Pippins beabsichtigten Putsch gegen »Entgelt« verraten.

Während die Mitstreiter des Putschversuches nach mittelalterlicher Sitte hingerichtet wurden, hatte Pippin der Bucklige weitestgehend Glück:     

Er wurde für den Rest seines Lebens in das Kloster Prüm verbannt, wo er schließlich 811 verstarb.