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Die keltische Fliehburg auf dem Montclair und das Fürstinnengrab von Besseringen 

Die älteste nachweisbare Nutzung des Berges »Montclair« reicht in die vorrömische Eisenzeit zurück. 

Bereits 2 km östlich der heutigen Ruine der »Burg Montclair« (= Neu-Montclair) ist der langschmale Bergrücken an einer besonders engen Stelle durch einen Wall mit vorgelagertem Graben abgeriegelt, der noch gut zu erkennen ist.

Eine Ausgrabung im Jahr 1964 ergab, dass der Wall Versturz einer aus Holz, Steinen und Erde errichteten Mauer ist – letzter sichtbarer Rest einer Bergfestung aus frühkeltischer Zeit. 

Die Datierung lässt sich nach einigen wenigen Fundstücken nur grob festlegen. Sie weisen in die Jahrzehnte um 500 v. Chr.

Nur 3 km von der Wallanlage auf dem Montclair entfernt wurde im 19. Jahrhundert in der heutigen Ortslage von Besseringen, auf dem sog. »Müllerküppchen«, ein bedeutender Fund aus der Zeit der Kelten  geborgen: 

Ein lathènezeitiches Fürstengrab mit Trinkgeschirr (aus Italien, siehe Abb. unten), Beschläge eines 2- rädrigen Prunkwagens und sehr qualitätsvoller Goldschmuck.

Ähnliche Lagebeziehungen zwischen Höhenbefesti-gungen und reichen Gräbern sind vielfach beobachtet worden: U.a. zwischen dem sog. »Hunnenring« bei Otzenhausen und den beiden 1836 entdeckten Fürstengräber von Schwarzenbach, ca. 2 km Luftlinie vom »Hunnenring« entfernt. 

Ebenso auch in Borg (sog. »Hunnenschanze«) und Nennig (bei dem dortigen keltischen Tumulus.

Dort liegt der Ursprung evtl. sogar noch früher: In der Bronzezeit oder in der frühen Eisenzeit). 

Müllerknüppchen

Wahrscheinlich war in Besseringen ein Herr oder eine Herrin der Festung auf dem Montclair bestattet.

Die Funde auf dem »Müllerküppchen« wurden in einer großen hölzernen Grabkammer aus der Zeit zwischen 500 und 450 v. Chr. geborgen. 

Manche Exponate gelangten in das Eigentum des Deutschen Kaisers. Sie sind heute im Bestand der Staatlichen Museen zu Berlin.

Andere Funde wie etwa die goldenen Beschläge des Prunkwagens liegen heute im rheinischen Landesmuseum in Trier.

Seit wenigen Jahren wissen wir, dass der lange Zeit verschollene goldene Halsring von Besseringen im Erdgeschoss des »Puschkin Museum« in Moskau liegt und offensichtlich am Ende des Krieges aus einem Berliner Museum als Beutekunst dorthin kam. 

Puschkin-Museum Moskau

Zur Kollektion des nach dem russischen Dichter Alexander Puschkin benannten Museums in de Nähe des Kremls gehört auch der Goldschmuck aus der legendären Stadt Troja, welcher aber leider nicht öffentlich zugänglich ist. 

Eine Kopie des goldenen Halsringes aus dem Puschkin-Museum befindet sich im Landesdenk-malamt in Landsweiler-Reden / Landkreis NK.

Die prächtigen Fürstengräber von Reinheim, Schwarzenbach, Weiskirchen, Besseringen, Theley und Freisen im Saarland, aber auch Waldalgesheim, Ferschweiler, Bad Dürkheim und Rodenbach in Rheinland-Pfalz, Altrier in Luxemburg und der berühmte Hortfund von Basse-Yutz in Lothringen sind Zeugnisse einer ungewöhnlichen Konzentration in unserer Region.

Das zeugt von Reichtum, technologischem Know-how und weiträumigen Kontakten. 

Zahlreiche Indizien weisen darauf hin, dass eine Basis dieses Reichtums der Kelten die Eisenproduktion gewesen sein kann.                    

Der Reichtum wird eindrucksvoll belegt durch die Grabbeigaben aus Gold und die Importkunstwerke aus dem Süden Europas.