Metz

Die Stadt Metz liegt im Nordosten Frankreichs, rd. 50 km entfernt von der deutschen Grenze. Metz hat rd. 120.000 Einwohner (die »Messins«) und ist Hauptstadt des Départements Moselle und Hauptort der Region Lothringen, französisch »Lorraine«. Es liegt an der Mündung der Seille in die Mosel.

   

Metz - Geschichte einer alten Stadt, Teil 1

Anfänge und erste Entwicklung  

Erste Besiedlungsspuren finden sich ab 3.000 v. Chr. in Metz, dessen alter keltisch-lateinischer Name »Divodurum« (Götterburg) lautet. Metz wurde in der spätrömischen Zeit nach dem dort siedelnden Keltenstamm »Mediomatricum« (in der hochmittelalterlichen Form Mettis oder Metis) benannt.  

Modell der römisch-keltischen Siedlung (divodurum mediomatricorum)

Die Keltensiedlung wurde 52 v. Chr. von den Römern erobert und entwickelte sich - an der wichtigen Kreuzung der Straßen nach Reims, Lyon, Trier, Straßburg und Mainz gelegen - zu einer der größten Städte Galliens.  

Im 2. Jahrhundert hatte die Stadt 40.000 Einwohner und war somit größer als »Lutetia« (Paris). 

Im 4. und 5. Jahrhundert gründeten sich die ersten christlichen Gemeinden. Als erster Bischof der Stadt  gilt St. Clemens im 4. Jahrhundert. Sicher nachweisbar ist der Bischofssitz (zum Erzbistum Trier gehörende) ab 535. 

Im Jahre 451 wurde Metz von dem Heer des Hunnenkönigs Attila zerstört. Die Stadt war in merowingisch-fränkischer Zeit die Hauptstadt des fränkischen Ostreiches, auch »Austrasien« genannt. 

In dieser Zeit blühte die Stadt Metz auf kulturellen und religiösen Gebieten. Sankt Chrodegang, Abt von Gorze und Bischof von Metz, entwickelte die ersten Lebensregeln der kanonisch lebenden Kleriker oder Stiftsherren. 

Aus der Abtei Gorze entstand der neue Kirchengesang »plein-chant«, welcher später nach Papst Gregor der »Gregorianischer Gesang« genannt wurde.  

Metz ist der ursprüngliche Stammsitz der Karolinger. Verschiedene Familienmitglieder Karls des Großen wie seine Gemahlin Hildegard, seine Schwestern, Kaiser Ludwig der Fromme und Karls eigener Sohn Drogo wurden in der Klosterkirche der Abtei Sankt Arnulf beerdigt.  

Der Urgroßvater Karls des Großen, Sankt Arnold (Saint Arnould), und Karls eigener Sohn Drogo hatten neben weiteren Ämtern auch das Amt des Bischof von Metz inne.  

Gotische Kathedrale St. Étienne ...

Bei den karolingischen Reichsteilungen nach dem Tod Ludwigs des Frommen kam Metz 843 zum »Lotharii Regnum«, 870 dann zum Ostfrankenreich.  

Die Stadt machte sich 1189 unabhängig vom Bischof. Metz wurde »Freie Reichsstadt« und schuf sich zwischen 1180 und 1210 ein Herrschaftsgebiet, das »Pays Messin«. Dadurch stieg Metz im 14. Jahrhundert zur flächengrößten Reichsstadt auf und wies erfolgreich alle Angriffe der Herzöge von Lothringen auf ihr Gebiet zurück.  

Die einzige, durch eine erst im 15. Jahrhundert verfasste handschriftliche »Chronique« gestützte These, nach welcher im Jahr 1324 seitens der Stadt Metz erstmals Feuerwaffen eingesetzt worden wären, ist umstritten, da der Chronist diese Waffen mit den erst ab dem 15. Jahrhundert geläufigen Wörtern »collevrines« und »serpentines« (deutsch: Feldschlange) bezeichnete.

Außerdem fehlen entsprechende Hinweise in früheren Quellen wie dem Gedicht »La guerre de Metz« (1326). Andererseits kann aber aus diesen Tatsachen nicht grundsätzlich darauf geschlossen werden, dass in Metz keine Feuerwaffen im Einsatz waren.  

Wie in der benachbarten »Freien Reichsstadt« Straßburg entwickelte sich eine Stadtrepublik, welche von den reichsten Patrizierfamilien (die »Paraiges« in der lokalen lothringischen Sprache) geführt wurde. 

... mit 6.500 m² Kirchenfenstern, u. a. von Marc Chagall entworfen

Sie bildeten ein Kollegium von dreizehn Vertretern, die man üblicherweise auch »Les Treize« (die Dreizehn) nannte. Die Bewohner der »Freien Reichsstadt Metz« nannten sich »citains«, wobei man eindeutig das italienische Modell der autonomen »Città« erkennt.  

Metz unterhielt damals einen regen Kontakt mit den italienischen Handelsstädten und beherbergte zahlreiche sogenannte »lombardische Kontore«, welche das Geld- und Kreditgeschäft von Norditalien nach Metz brachten.  

Die jüdische »Aschkenasische Gemeinschaft« von Metz gehörte zu den ältesten im »Heiligen Römischen Reich« und später Frankreichs und spielte noch lange eine entscheidende Rolle im Geldverkehr zwischen Volk und Obrigkeit.  

Der Bischof von Metz blieb formal das Oberhaupt der freien Stadt, aber entging jedem Trubel der rebellischen Stadt, indem er sich in der Residenz von Vic-sur-Seille niederließ.

Saint-Pierre-aux-Nonnains, Basilika aus dem 4. Jahrhundert

Bereits im 9. Jahrhundert zählte die Stadt Metz 39 Kirchen und Kapellen und zahlreiche Klöster und Stifte. Die ehemalige römische Basilika »Saint-Pierre-aux-Nonnains« gilt als die älteste Kirche Frankreichs.  

Ab dem 12. und 13. Jahrhundert kamen Bettel- und Ritterorden hinzu, welche aus Metz eine mehrheitlich geistliche Stadt machten. So blieb das Stadtbild von Metz bis zum 16. Jahrhundert im Wesentlichen von Klöstern dominiert.     

Die Ankunft der Franzosen ab dem 16. Jahrhundert setzte dieser Periode ein Ende. Die Stadt mit religiösem Gepräge wandelte sich nun in ein militärisches Bollwerk gegen das »Heilige Römische Reich Deutscher Nation«.