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Sébastien Le Prestre de Vauban

»Sébastien Le Prestre, Seigneur de Vauban«,  * 1. Mai oder 4. Mai (getauft am 15. Mai) 1633 in Saint-Léger-de-Foucheret, heute Saint-Léger-Vauban, Dé partement Yonne, Burgund, † 30. März 1707 in Paris, war ein französischer General, Marschall von Frankreich und der Festungsbaumeister Ludwigs des XIV.. 

     

Leben

Abstammung, Jugend, Anfänge der militärischen Laufbahn in der Fronde

Sébastien le Prestre, der spätere Marquis de Vauban, stammte aus bescheidenem burgundischem Landadel und wurde Anfang Mai 1633 in Saint-Léger-de-Foucheret bei Avallon als Sohn von Urbain le Prestre (1602-1652) und Edmée (Aimée) Cormignolles (auch Carmignolles, 1610-1670) geboren. 

Die ›Le Prestres‹ wirkten als Notare und waren in der Land- und Forstwirtschaft tätig. Urbain le Prestre führte auf seinen Ländereien im nördlichen Morvan das dort bis dahin unbekannte Veredeln von Obstbäumen durch Pfropfen ein. 

Sébastien Le Prestre, Seigneur de Vauban

Dorf und Herrschaft Vauban (heute im Département Nièvre), nach der sich Sébastien le Prestre später nannte, hatte sein Urgroßvater Emery le Prestre erworben.

Schon als Schüler im Kolleg der Karmeliter in Semur-en-Auxois zeigte Vauban eine große Begabung für Mathematik. 

Im Alter von knapp 18 Jahren trat er dann als Kadett in das Regiment des Prinzen Condé ein, der ein Vetter von Ludwig XIV. war und einer der führenden Köpfe der Fronde genannten Opposition des französischen Adels gegen die Krone.

Hier machte Vauban erste Erfahrungen im Festungsbau. 1653 geriet er in Gefangenschaft, und Kardinal Mazarin selbst überzeugte den talentierten und vielversprechenden jungen Ingenieur-Soldaten zum Übertritt in die königliche Armee, in der er bis in die höchsten Positionen aufstieg.

           

Karriere im Dienst des Königs

Er wurde 1654 Assistent des Marschalls Louis Nicolas de Clerville (1610-1677), der ab 1658 der Vorgänger von Vauban als Oberaufseher über die Befestigungen war. Im selben Jahr (1654) wurde er bei der Belagerung von Stenay verwundet.

1655 wurde Vauban − gerade 22 Jahre alt − zum »Ingénieur ordinaire du roi« ernannt. 1656 wurde er nach Verteidigung der Festung Saint-Gillain bei Mons Hauptmann und Kompaniechef unter Marschall De la Ferté und 1657 leitete er erstmals selbst eine Belagerung (Montmedy).

Die folgenden von ihm geleiteten Belagerungen von Gravelines (1658), Ypern und Oudenaarde trugen zum für Frankreich vorteilhaften Abschluss des Pyrenäenfriedens mit Spanien 1659 bei.

Zitadelle Neu-Breisach

In der folgenden Zeit war er mit diplomatischen Missionen beauftragt und auf Empfehlung von Colbert mit der ›Befestigung von Breisach‹ im Elsass. In diesem Zusammenhang kam es zu Vorwürfen der Bereicherung und Unterschlagung, von denen er aber 1671 freigesprochen wurde.

1665 erhielt er eine eigene Kompanie im angesehenen Regiment der Picardie, ein Posten der damals vor allem auch einen hohen finanziellen Gegenwert hatte, sowohl durch jährliche Einkünfte, als auch durch den möglichen Verkauf des Postens.

Im Devolutionskrieg ab 1667 belagerte Vauban erfolgreich Tournai, Douai und Lille, was zum für Frankreich vorteilhaften Abschluss des Friedens von Aachen 1668 führte.

Vauban wurde mit dem Ausbau von Lille als Festung beauftragt und löste dank der Protektion von Louvois den Marschall de Clerville faktisch als Oberaufseher über die Befestigungen ab (obwohl dieser den Titel offiziell noch bis 1677 hatte). 

Die ›Festung von Lille‹ wurde Vaubans erstes großes eigenes Befestigungsprojekt und wird auf diesem Gebiet als sein erstes Meisterwerk betrachtet. 

Er wählte einen geometrischen Aufbau in Form eines regelmäßigen Fünfecks und die Arbeiten erfolgten 1667 bis 1671. Vauban wurde ›Gouverneur von Lille‹.

Vauban-Festung Dünkirchen

Ab 1668 erfolgte auch der Ausbau von Dünkirchen zu einem wichtigen Kriegshafen. Dazu wurde in mehrjähriger Arbeit bei Ebbe ein befestigter Kanal durch die vorgelagerten Sandbänke gebaut.

Im »Holländischen Krieg« (ab 1672) setzte er bei der Belagerung von Maastricht im Jahr 1673 erstmals die Technik der Parallelen ein, die er vom Vorgehen der Türken bei der Belagerung von Candia (1669) auf Kreta übernahm. Die Stadt fiel nach 13 Tagen.

1676 wurde Vauban zum »Maréchal de camp« und 1678 offiziell zum »Generalkommissar aller französischen Festungen« (Commissaire général des fortifications). Im selben Jahr endete der Krieg mit dem »Frieden von Nijmegen«.

Vauban war nun stark in die Befestigung Frankreichs an allen Landesgrenzen eingespannt. 1684 leitete er die Belagerung der ›Festung Luxemburg‹ und danach war er auch noch in das umfangreiche Projekt einer neuen Wasserversorgung für ›Schloss Versailles‹, eingespannt, wofür gegen seinen Rat ein 80 km langes Aquädukt gebaut wurde, das aber aus finanziellen Gründen und Belastungen durch neu ausbrechende Kriege nie fertig wurde.

Grundriss Saarlaouis 1693

Weitere Projekte waren die ersten Leuchttürme Frankreichs 1683 bis 1700 in der Bretagne und umfangreiche Kanalprojekte. 1688 wurde er Generalleutnant.

Während des neunjährigen Krieges leitete er unter anderem die Belagerungen von Mons und Namur. Den höchstmöglichen Rang in der königlichen Armee erreichte Vauban nach Beginn des »Spanischen Erbfolgekrieges«, als er nach der Rückeroberung von Alt-Breisach – der letzten Belagerung, an der der 70-Jährige aktiv teilnahm – 1703 zum »Maréchal de France« erhoben wurde. 

Das war in erster Linie eine Anerkennung seiner Verdienste und wurde von Vauban, der lange darauf gehofft hatte, auch so gesehen.

Vauban litt zunehmend unter Krankheiten, besonders eine starke Bronchitis, die ihn schon lange plagte und 1690 ein ganzes Jahr lang zwang eine Auszeit auf seinem Schloss zu nehmen. 

1705 folgte die Aufnahme als Ritter in den exklusiven königlichen »Ordre du Saint-Esprit«.

1705/06 bot er an bei der Belagerung von Turin zu helfen, was man aber ausschlug. 1706 zog er noch einmal auf Wunsch des Königs ins Feld nach Nordfrankreich und Belgien, um den Zusammenbruch der Front nach der Niederlage von Ramiliès zu stoppen.

Vauban publizierte zu Beginn des Jahres 1707 anonym die Schrift ›Projet d’une dîme royale‹ (Projekt eines königlichen Zehnten), in welcher er eine Reform der Steuern vorschlug, welche besonders die Landbevölkerung drückten und verteilte sie an zahlreiche Freunde und politisch interessierte Bekannte.

Vauban trug das Projekt an drei Abenden dem König vor, der es aber nicht weiter verfolgte und es wurde auch durch die Minister abgelehnt, da es mit seiner gleichmäßigen Besteuerung aller Abgaben in Höhe eines Zehntels auch den bis dahin weitgehend steuerfreien Adel belastete. Die Schrift wurde gleich nach Erscheinen verboten.

Durch die Veröffentlichung fiel Vauban am Ende seines Lebens beim König und dessen Ministern zunehmend in Ungnade.

                          

Privatleben

Vauban heiratete am 25. März 1660 seine Cousine Jeanne d’Aunay (1638-1705), die Tochter des Baron d’Epiry. Das Paar hatte drei Kinder: zwei Töchter, Charlotte (1661-1709) und Jeanne-Françoise (1678-1713), und einen Sohn, der schon bald nach der Geburt 1682 verstarb. 

Vauban war die meiste Zeit des Jahres im Dienst des Königs in ganz Frankreich und den angrenzenden Gebieten unterwegs, wobei er in einem Jahr 5000 km und mehr mit der Kutsche zurücklegte. 

1675 erwarb Vauban die ›Herrschaft Bazoches‹ mit Dorf und Schloss unweit von Vézelay. Es wurde von ihm zum Landsitz für seine Familie, aber auch zum technischen Hauptquartier mit einem eigens angefügten Atelierflügel ausgebaut.

       

Lebensende und Beisetzung

Am 30. März 1707 starb er in seinem Pariser Stadtpalais an einer Lungenentzündung und wurde am 16. April in der von ihm selbst als Familiengrablege an die Pfarrkirche Saint-Hilaire von Bazoches angefügten Sebastianskapelle begraben. Sein Herz wurde getrennt bestattet und ebenfalls in dieser Kirche beigesetzt.

1793 brachen Revolutionäre die Gruft auf und raubten die Bleisärge, um daraus Kugeln zu gießen. 

Invalidendom Paris

Bei Bauarbeiten in der Kirche fand man 1804 die separat bestattete Bleiurne mit Vaubans Herz. Sie wurde auf Veranlassung Napoleons I. nach Paris gebracht. Am 28. Mai 1808 wurde die Urne feierlich in den Invalidendom überführt.

Das eigens geschaffene mächtige Grabdenkmal Vaubans in der östlichen Seitenkapelle bildet seither das Pendant zu einem Monument für Turenne in der gegenüber-liegenden Kapelle, das schon 1800 auf Befehl Napoleons aufgestellt worden war. 

Vaubans Geburtsort Saint-Léger-le-Foucheret erhielt 1867 per Dekret Napoleons III. zu Ehren des Marschalls den Namen Saint-Léger-Vauban.

         

Wirkung

Literarisches und wissenschaftliches Werk

In seinen 56 Dienstjahren hat Vauban, schon zu Lebzeiten mit dem Ehrentitel »Ingénieur de France« belegt, 33 neue Festungen geplant, für 160 Plätze über 400 Projekte geliefert und unzählige bestehende Festungsanlagen modernisiert.

Er ist der eigentliche Schöpfer der »enceinte de fer«, des eisernen Gürtels, mit dem Frankreich unter Ludwig XIV. seine Außengrenzen sicherte. Als sein Hauptwerk gilt die Festungsstadt Neuf-Brisach/Neu-Breisach (Haut-Rhin).

Vauban gilt zu Recht als der bedeutendste Militärarchitekt der Barockzeit. Dem gegenüber wird oft vernachlässigt, dass er einen noch größeren Beitrag zur Belagerungskunst geleistet hat. 

Als Soldat und Feldherr nahm er an über 50 Belagerungen und 140 Gefechten teil und wurde mehrfach verwundet, so 1667 bei der Belagerung von Douai, was eine auf Porträts sichtbare Narbe im Gesicht hinterließ.

Demgegenüber war er nur ein einziges Mal selbst belagert – für eine Woche im Jahr 1677 in Oudenaarde.

Vor Maastricht führte er 1673 das Angriffssystem der Parallelen ein, bei dem man sich systematisch durch Parallelgräben an die Festungsmauern vorarbeitete, was die eigenen Verluste gering hielt. 

Er erfand den »Rikoschettschuss«, bei dem man die Kanonenkugel abprallen ließ, sodass mehrere Ziele getroffen wurden, und den er 1688 vor Phillipsburg erstmals einsetzte.

Im Sinne des mechanistischen Weltbildes seiner Zeit erfasste er die Befestigungs- und Belagerungskunst als mathematische Wissenschaft, in dem jeder einzelne »Akt« einer Belagerung im Detail zu berechnen war. Das französische Pionierkorps organisierte er neu.

Er wurde damit zu einem der geistigen Väter des europäischen Pionierwesens im 18. Jahrhundert und trug wesentlich dazu bei, das seit dem 16. Jahrhundert andauernde Übergewicht der Verteidigung im Festungskrieg zu relativieren.

Er legte auch viel Wert darauf, möglichst geringe Verluste bei den eigenen Soldaten zu haben und war gegen wahllose Beschießung der Städte, um sie zur Aufgabe zu zwingen.

Neben dem eigentlichen Festungsbau befasste sich Vauban mit Fragen der Stadtplanung, der Landwirtschaft, des Ackerbaus und der Viehzucht, des Wasser- und Verkehrswegebaus mit Schleusen, Kanälen und Aquädukten, darüber hinaus auch mit Statistik, Ökonomie, Steuerwesen und Finanzpolitik, Religion und Philosophie.

Sein besonderes Interesse galt der Verbesserung der Lebensbedingungen für die ärmeren Schichten des Volkes. 

Ausdrücklich warnte er vor den ökonomischen Folgen der Verfolgung und Vertreibung der Hugenotten nach der Aufhebung des »Ediktes von Nantes« und veröffentlichte dazu 1689 eine Schrift, in dem er die Rücknahme der Aufhebung befürwortete, obwohl er damit ein hohes Risiko einging.

Neben der umfangreichen Korrespondenz mit den ihm vorgesetzten Ministern Louvois und Colbert pflegte Vauban eine ausgedehnte Korrespondenz mit zahlreichen führenden Geistesgrößen seiner Epoche, darunter Literaten wie Racine, Fénelon und anderen. Seit 1699 war Vauban Ehrenmitglied der französischen »Akademie der Wissenschaften«.

Vauban veröffentlichte wenige seiner Schriften selbst, legte aber in zahlreichen handschriftlichen Mémoires und Traktaten, darunter den 12 Bänden seiner als »Mes Oisivetés« (Meine Müßiggängereien) zusammengefassten Gedanken, die Grundlage der vielen, unter seinem Namen gedruckten Publikationen.

                    

Bauwerke Vaubans

Zitadelle von Belfort, Foto: KBWEi

Insgesamt war Vauban am Bau beziehungsweise Um- oder Ausbau von 160 Festungsanlagen beteiligt. Hier ist nur eine kleine Auswahl wiedergegeben:

  • Zitadelle von Arras, Arras (Pas de Calais)
  • Saint-Malo (Bretagne)
  • Bayonne (Aquitanien)
  • Zitadelle Belfort (Territoire-de-Belfort)
  • Besançon (Franche-Comté)
  • Bitche (Bitsch, Lothringen)
  • Breisach (Deutschland, Baden-Württemberg)
  • Colmars (Alpes-de-Haute-Provence)
  • Condé-sur-l’Escaut (Region Nord-Pas-de-Calais)
  • Dünkirchen (Französisch-Flandern)
  • Entrevaux (Alpes-de-Haute-Provence)
  • Freiburg im Breisgau (Deutschland, Baden-Württemberg)
  • Haguenau (Hagenau, Elsass)
  • Homburg (Saarland)
  • Festung Hüningen (Huningue, Elsass)
  • Fort de Bellegarde, Le Perthus (Languedoc-Roussillon)
  • Fort Lagarde, Prats-de-Mollo-la-Preste (Languedoc-Roussillon)
  • Festung Landau (Rheinland-Pfalz)
  • Lichtenberg (Elsass)
  • Zitadelle von Lille, Lille (Nord-Pas-de-Calais; »Königin der Zitadellen«)
  • Fort Libéria, Villefranche-de-Conflent (Languedoc-Roussillon)
  • Fort-Louis (Ludwigsfeste, Elsass)
  • Lützelstein (La Petite-Pierre, Elsass)
  • Fort und Turm Vauban der Festung Luxemburg (Hauptstadt des heutigen Großherzogtums Luxemburg)
  • Maubeuge (Département Nord)
  • Metz (Lothringen)
  • Festung Mont Royal (bei Traben-Trarbach/Mosel)
  • Neuf-Brisach (Neubreisach, Elsass)
  • Palast der Könige von Mallorca, Perpignan (Umbau und Verstärkung der Festung)
  • Phalsbourg (Pfalzburg, Lothringen)
  • Festung Philippsburg (Baden-Württemberg)
  • Marinehafen Rochefort
  • Saarlouis (Saarland)
  • Saint-Martin-de-Ré (Île de Ré, Atlantik-Küste)
  • Sélestat (Schlettstadt, Elsass)
  • Strasbourg (Straßburg, Elsass)
  • Toul (Toul, Meurthe-et-Moselle)
  • Verdun (Lothringen)
  • Fort Libéria (Villefranche-de-Conflen)

Zwölf der Festungsanlagen wurden 2008 unter dem Namen Festungsanlagen von Vauban in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbe aufgenommen.

       

Nachwirkung/Gedenkstätten

›Vaubans Geburtshaus‹ befindet sich im Zentrum der Ortschaft Saint-Léger-Vauban (Yonne) im nördlichen Morvan (Region Burgund) unweit des Städtchens Avallon. 

In dem Fachwerkgebäude mit Innenhof und Renaissance-Brunnen kann man sich einen Überblick über Leben und Werk des Festungsbaumeisters verschaffen. Modelle zeigen einige der 300 Festungsbauten, die Vauban plante und ausführte, außerdem informieren Originaldokumente und persönliche Gegenstände über den Architekten.

Vaubans ›Schloss Bazoches‹ (Nièvre, 10 km südlich von Vézelay) befindet sich im Besitz eines Nachfahren und kann besichtigt werden. Unter anderem kann man dort zahlreiche zeitgenössisch eingerichtete Wohnräume, sein Arbeitszimmer, seine Rüstung und ein Modell von ›Neuf-Brisach‹ sehen.

Modelle zahlreicher von Vauban befestigten Städte befinden sich im »Musée des plans-reliefs« im »Hôtel des Invalides« in Paris. Die Sammlung geht auf die Zeit Ludwigs XIV. zurück, wurde nach 1668 auf Veranlassung seines Kriegsministers Louvois angelegt und seit 1700 im ›Louvre‹ präsentiert.

1987 wurden 16 Modelle von Städten an der französischen Nordgrenze ins »Palais des Beaux-Arts« nach Lille übertragen. 

Nach dem »Deutsch-Französischen Krieg« 1871 waren 19 Modelle ins Zeughaus nach Berlin gebracht worden. 

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab Kaiser Wilhelm II. fünf Modelle an Städte im Reichsland Elsass-Lothringen, darunter das eindrucksvolle Modell von Straßburg, das im dortigen historischen Museum ausgestellt ist. Die übrigen Berliner Modelle wurden 1945 bis auf dasjenige der ›Zitadelle von Lille‹ zerstört.

Für seine Verdienste als Festungsbaumeister und Feldherr wurden Vauban in Frankreich zahlreiche Denkmäler gesetzt. 

Das früheste, öffentlich platzierte Monument ist eine 1785 von Charles-Antoine Bridan im Auftrag Ludwigs XVI. als Teil der Serie »Grands hommes de la France« (große Männer Frankreichs) geschaffene Marmorskulptur im ›Schloss von Versailles‹.

Frédéric Auguste Bartholdi entwarf das 1873 in Avallon enthüllte Denkmal, 1900 stellte man einen Abguss der berühmten Portraitbüste von Antoine Coysevaux bei der Kirche Saint-Hilaire in Bazoches auf und 1905 wurde eine Bronzestatue von Antoine Guillot in Saint-Léger-Vauban gegenüber dem ›Vauban-Museum‹ errichtet. Eine Statue des Marschalls, geschaffen von Henri Bouchard, steht seit 1959 am ›Hôtel des Invalides‹ in Paris.

In Deutschland trug neben anderen auch die nach 1945 von den franz. Besatzungstruppen übernommene ehemalige Wehrmachtskaserne (›Schlageter-Kaserne‹) in Freiburg im Breisgau seinen Namen. Nach dem Abzug der Franzosen 1992 und dem teilweisen Abriss gab die Stadt den Namen an das ab dem Jahr 2000 an ihrer Stelle entstandene, stark ökologisch ausgerichtete ›Stadtviertel Vauban‹ weiter.

Im Jahr 2007 fanden unter dem Motto Vauban-Jahr 2007 in vielen Städten Frankreichs und Deutschlands Feierlichkeiten und Ausstellungen anlässlich des 300. Todestages Vaubans statt.

Zwölf mit Vauban verbundene Plätze in Frankreich (Arras, Bazoches, Besançon, Blaye/Cussac-Fort-Médoc, Briançon, Camaret-sur-Mer, Longwy, Mont-Dauphin, Mont-Louis, Neuf-Brisach, Saint-Martin-de-Ré, Saint-Vaast-la-Hougue und Villefranche-de-Conflent), dazu die deutsche Stadt Breisach am Rhein haben bei der UNESCO den gemeinsamen Antrag auf Aufnahme ins Weltkulturerbe gestellt.

Am 7. Juli 2008 gab das Weltkulturerbekommitée dem Antrag statt.

Der Europarat hat 1995 einem Kulturweg durch Luxemburg und Frankreich den Namen »Die Rundwege von Wenzel und Vauban« gegeben.

                   

Quelle: wikipedia.org