Grevenmacher

Grevenmacher (luxemb. Gréiwemaacher) ist eine Stadt im Großherzogtum Luxemburg. Grevenmacher ist Verwaltungssitz des gleich-namigen Kantons und der größte Ort an der »Luxemburger Weinstraße«. 

Die Gemeinde besteht aus den beiden Ortschaften

  • Grevenmacher und
  • Potaschberg.

Am Moselufer befinden sich Freizeitanlagen, Esplanaden, Schiffsanlege-stellen und eine Schleuse.

Die im Zuge der Moselkanalisierung errichtete Staustufe Grevenmacher schleust im Jahr ca. 10.000 Wasserfahrzeuge. Eine weitere Aufgabe ist die Regulierung des Moselpegels.

Unmittelbar an der Stadt führt die A 1 (Trier – Luxemburg) vorbei. Diese erreicht man über die Nationalstraße 14. Das Moselufer entlang führt die Nationalstraße 10 durch die Stadt nach Wasserbillig und dann weiter über Igel nach Trier in die eine Richtung, bzw. über Wormeldange und Remich nach Schengen in die andere Richtung. 

Mit einer Straßenbrücke über die Mosel besteht eine direkte Verbindung auf das deutsche Moselufer hinüber zur Gemeinde Wellen

Der Name Grevenmacher setzt sich aus zwei Wörtern zusammen: »Greven« und »Macher«.

Während »Macher« seinen Ursprung aus dem lateinischen Wort »maceria«- altes Gemäuer bezieht, stammt der Ausdruck »Greven« vom Wort »Grafen« ab. 

Das Macher unterscheidet seit 1346 die Stadt von den anderen »Machern«, die in dieser Region existieren: Königsmacher, Kleinmacher, Rodermacher, Mecher, Mézières usw. Die Bezeichnung »Grevenmacher« besteht unverändert seit dem Jahre 1769.

Inmitten von Weinhängen, am Fuße des Kalvarienberges gelegen, überthront die Kreuzkapelle Grevenmacher, welches einen gewissen und unleugbaren Charme auf Touristen ausstrahlt: 

Ein Bummel durch kleine, schmale Gässchen, welche an die damalige Festung angepasst sind, oder über die schon erwähnte Promenade entlang der Mosel mit dem groß angelegte Kinderspielplatz sorgen für Entspannung.

Ein Besuch der Genossenschaftskellerei oder der Kellerei Bernard-Massard und das »Pröbeln« der erlesenen Weine sorgen für Genüsse. Ein Einkaufsbummel durch das Einkaufszentrum mit der Fußgängerzone und der Genuss der gastronomischen Spezialitäten in einem der zahlreichen Restaurants und Bistros sorgen für neue Eindrücke.

Die Tages- oder Dînerfahrten mit dem Luxusfahrgastschiff »Princesse Marie-Astrid« auf der Mosel oder ein Besuch im Park der Schmetterlinge lassen die Natur erleben. Diese Aufzählung charakterisiert das Bild der Stadt Grevenmacher, Metropole der Luxem-burger Mosel.

Die monatlichen Märkte, die ihren Ursprung in den Wochenmärkten finden, die 1358 zum ersten Mal erwähnt werden, bestehen noch heute und gewinnen in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung.

Grevenmacher »Kantonal-und Distrikthauptstadt« seit 1839, zeigt sich als moderne Stadt und bietet seinen Einwohnern optimale Lebensqualitäten. In diesem Zusammenhang sei das wichtige Schulzentrum erwähnt, das neben der Primärschule auch das technische Lyzeum Joseph Bech umfasst. Außerdem besteht in Grevenmacher eine regionale Musikschule. 

Nicht weniger interessant zeigt sich die sportliche und kulturelle Infrastruktur: Ein grosses Sport-und Kulturzentrum sowie eines der schönsten und bestangelegten Sportstadien des Landes, ein Freibad, das den modernen Erwartungen entspricht, eine Tennisanlage, ein Fitnessparcours, ein Museum der Buchdruckerkunst mit Spielkartenmuseum »Diedonné« und ein Kulturhaus sind nur einige von vielen Beispielen.

Über den einzigen Waschbrunnen innerhalb der Festungsmauer, der sich am Eingang der  »Tourgaass« (richtig: »Turgaass«) oder »ruelle des bastions« befand und von dem es seit Ende dem Wiederaufbau Grevenmachers nach dem Zweiten Weltkrieg leider keine Spur mehr gibt, sind denn auch nur wenige Informationen vorhanden, etwa ein Foto, auf dem eine ältere Wäscherin im Brunnenhaus zu sehen ist.

Ein weiteres Foto zeigt drei Jungs, die im »Kundel« spielen. Weiterhin ist eine Postkarte sowie das Orginal einer Tuschzeichnung der »Turgaass« samt »Kundel« erhalten. 

Letzteres stammt aus der Feder von Lé Tanson aus Bad Mondorf und befindet sich zusammen mit zahlreichen weiteren interessanten Dokumenten in einem unveröffentlichten, nicht datierten Manuskript von Jos. Hurt mit dem Titel »Grevenmacher: Eine Bild- und Archivsammlung in Wort und Bild«.  

Auch ist nicht historisch belegt, ob der »Kundel« vom Marienbrunnen in den »Baxeras-Gärten« aus gespeist worden ist - etwa durch eine unterirdische Verbindung - oder ob die Anlage den Bewohnern innerhalb der Festungsmauern in Besatzungs- und Kriegszeiten auch Trinkwasser bot und ob von ihr aus der ebenfalls verschwundene Marktbrunnen (»Maartbur«) in der oberen Großgasse mit Wasser versorgt wurde. 

Ältere Bewohner berichten davon, dass das Wasser des »Kundels« bei der Schneeschmelze oder bei starken Regenfällen und Gewittern seinen Weg ins Stadtinnere suchte: Durch die Spitalgasse in die Großgasse und weiter in Richtung Dekanatskirche, manchmal gar über den »Prosteneek« bis hinunter zur Mosel sei es dann gelaufen... 

Der Name »Kundel« dürfte aus dem älteren Sprachgebrauch stammen und etwas mit stets fließendem Wasser zu tun haben. Früher gebrauchte man oft den Ausdruck: »d’Waasser kundelt«, wenn Wasser irgendwo unkontrolliert hervorquoll ...