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Website Thomas Abel

Die Kaiservilla von Konz


Kaiservilla von Konz: spätrömische Villa

  • Lage: Konz, Gartenstraße,
  • Geographische Koordinaten: (WGS 1984) in Dezimalgrad: lon: 6.575079 lat: 49.695181
  • Lagequalität der Koordinaten: genau  

Die Kaiservilla von Konz ist eine spätantike römische Villa in der Ortslage von Konz. Konz liegt an der Mündung der Saar in die Mosel und gehört zum Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz.

Die Reste der Villa wurden 1959 beim Bau einer neuen Pfarrkirche entdeckt und ausgegraben. Die zur Villa gehörende Badeanlage war schon seit 1867 bekannt.

Ruinen standen bis ins 17. Jahrhundert auf dem Gelände und sind heute wieder zu sehen. Ein erheblicher Teil der 1959 freigelegten Reste wurde bei den anschließenden Bauarbeiten zerstört.

Das Gebäude umfasste eine Fläche von 84 m × 28 m. Zentrum der Anlage war ein großer Saal mit Apsis, von der man einen Blick auf die Saarmündung hatte. Links und rechts schlossen sich diverse Räume an, die um einen Hof gruppiert waren. An den Enden gab es Raumgruppen, die aus der Front heraussprangen (Eckrisalite). Die ganze Front war einst wohl mit Portiken geschmückt. Als Portikus (Mz: Portiken) wird in der Architektur ein Säulengang oder eine Säulenhalle mit horizontalem Gebälk bezeichnet. 

Zahlreiche Räume waren mit »Hypocausten« (Warmluftheizung → Fußbodenheizung) beheizbar. Der Bau entspricht vom Typ her einer römischen Portikusvilla.

Von der einstigen wohl sehr prachtvollen Ausstattung fanden sich nur noch wenige Reste. Die Wände waren innen und außen bemalt. Es fanden sich Reste marmorner Wandverkleidung und auch die Fußböden waren teilweise mit Marmorplatten belegt.

Die Villa wurde in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts errichtet. Sie war bis mindestens ins Jahr 388 bewohnt und wird in diversen antiken Quellen genannt. Ausonius erwähnt sie in seiner »Mosella« und es gibt Erlasse von Valentinian I., die an einem Ort namens »Contionacum« unterzeichnet wurden. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um diese Villa.

Sichtbar und begehbar (siehe Bild links) sind die noch bis zu 8 Meter hoch erhaltene Westapsis des Kaltbades (Frigidarium) mit den Wannenestrichen sowie die östliche Hälfte der moselseitig gelegenen Stützmauer mit der Portikus und dem weit vorspringenden Mittelrisalit sowie der Eingangsseite des großes Mittelsaales.

Von hier erreicht man unter der Kirche den Heizungskeller mit »Praefurnium« (Brennofen [lat. praefurnium], einem unter dem Fußboden liegenden Heizraum) und Blick ins »Hypokaustum«.

Reste von Marmorinkrustation, reich bemalte Putzreste und das Fragment eines Diatretglases lassen die Bewohner dieser Villa im Umfeld des kaiserlichen Hofes vermuten.

Offenbar beziehen sich die von Ausonius in seiner »Mosella« (Vers 367 ff.) erwähnten kaiserlichen Mauern, unter denen die Saar in die Mosel mündet, auf diesen Palastbau, in dem dann auch Kaiser Valentinian I. die zu Contionacum im Jahre 371 ausgefertigten Erlasse unterschrieben haben dürfte.


Quelle: Archäologie zwischen Hunsrück und Eifel - Führer zu den Ausgrabungsstätten des Rheinischen Landesmuseums Trier. 1999. ISBN 3-923319-43-6 (Schriftenreihe des RLM Trier Nr. 15). Online-Shop: www.landesmuseum-trier-shop.de; www.Wikipedia.org.