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Sehenswertes

Das Palais von Nell ...

...befindet sich im Ortskern von Perl in der Biringerstraße. Es handelt sich dabei um einen lang gestreckten zweigeschossigen neunachsigen Bau mit einer Frontlänge von 24,30 m und Mansarddach. In der vierten Achse ist ein Portal mit Stichbogen angeordnet. Auf der rechten Seite schließt sich eine Scheune mit großem Tor und weiteren Fenstern an. 

Erbaut wurde das Palais im Jahre 1733 von Johann Marx und seiner Ehefrau Elisabeth Arnoldi auf einem Lehen des Trierer Domkapitels. 

Ende des 18. Jahrhunderts wurde ein Kelterhaus angebaut und das Gebäude wurde Besitz von Georg Friedrich Job von Nell und blieb bis 1982 im Besitz der Familie von Nell.    

Nach 1945 wurde es kurzfristig als Nobelgaststätte genutzt. Im Dorf erzählt man sich die Geschichte, dass vor dem Palais ein Wagenmeister postiert gewesen ist, welcher das Parken der Fahrzeuge für die Gäste übernahm.

Eine Gruppe Perler Heranwachsender machte sich mit einem »Ziehwähnche« (Handwagen) auf den Weg, das Palais zu besuchen. Vor dem Palais angekommen, überreichte man dem »verduzten« Wagenmeister das Gefährt mit der Bitte, den »Wagen einzuparken«. 

Von 1931 bis 1980 beherbergte das Palais eine Bildungs- und Freizeitstätte des Jugendsozialwerkes Saarland. 

Nach 1982 ging das Palais in den Besitz des Perler Kaufmanns Edwin Kohl über und wurde umfangreich saniert. 

Im Jahre 1976 wandte sich der Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen in Bonn an die Bezirksgruppe Trier der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde mit der Bitte, ihm bei der genealogischen Forschung nach einem gewissen J.P. Nell behilflich zu sein. Es bestand die Vermutung, dass  J.P. Nell der Trierer Adelsfamilie angehörte. 

Der Anlass zur Nachfrage war eine im Bundespostmuseum in Frankfurt archivierte, original handkolorierte Postkurskarte. Sie war für einen Nachdruck durch das Bundespostministerium in Verbindung mit der Gesellschaft für »Deutsche Postgeschichte« vorgesehen.

Die Karte sollte wegen ihrer Bedeutung für die deutsche Postgeschichte und aufgrund ihrer grafisch attraktiven Aussage zum Aushang in den größeren Postämtern der Bundesrepublik vorgesehen sein. 

Jene Poststraßenkarte entstand im Jahre 1709. Sie wurde seinerzeit von Johann Peter Nell zu Thomenacher, dem »Kejserlichen Rat und Feldpostmeister im Reich, den Niederlanden, zu Prag und dem Erbkönigreich Böhmen und Oberpostverwalter« entworfen und dann als »Neu-vermehrte Post-Charta« herausgegeben. 

Johann Peter von Nell widmete 1714 diese Postkurskarte dem österreichischen Oberpostmeister Karl Josef Grafen von Parr, mit dessen reich geschmücktem Wappen sie wirkungsvoll dekoriert ist. 

Putten, welche auf Pferden sitzend, Posthorn, Briefe und andere Symbole und Attribute der Post in Händen halten, sind wirkungsvoll dargestellt. Die Karte, zeigt ein umfangreiches Straßennetz, markiert reitende und fahrende Posten, gibt Entfernungen bekannt etc.; sie erstreckt sich auf das gesamte postalisch erschlossene Gebiet von »gantz Teutschland, Italien, Frankreich, Niederland, Preußen, Polen und Ungarn«.  

Als Kupferstich fand die Karte seinerzeit Aufnahme in den »Homannschen Atlas«, verlegt in Nürnberg von dem Graveur und Landkartenverleger Joh. Baptist Homann (1664-1724). 

Die Anfrage der Post war zugleich der Anlass, sich intensiv mit der Familie von Nell zu befassen, welche seit Generationen in Trier und im Kreisgebiet ansässig und begütert ist. Sie hat im Laufe der Jahrhunderte bedeutende Männer hervorgebracht, welche im Dienste der Kirche, des Staates und der Gemeinde an verantwortlicher Stelle standen und Bedeutendes geleistet hatten.

Das Gebäude befindet sich in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden.    

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite des »Palais von Nell« gelangt man über eine 2-läufige Steintreppe und durch ein schmiedeeisernes Tor in den »Garten von Nell«. Er wurde im Zuge der Aktion »Gärten ohne Grenzen« als Barockgarten mit zentralem Springbrunnen ausgestaltet. Der Garten erstreckt sich über eine Fläche von 3.500 m.  (Der Garten ist jederzeit zugänglich)​ 

 

Quirinuskapelle  

Im Jahre 1712 wurde die ursprüngliche Quirinuskapelle neben einer alten Quelle errichtet. Erbaut wurde sie von Maurermeister Christian Pauli unter Pfarrer Matthias Bieringer.  
Diese Quelle an der »Zuckerknupp« soll schon von den Kelten als Heiligtum verehrt worden sein. Ihr Wasser wurde als »Heilwasser« gegen allerlei Krankheit und Gebrechen verwendet und geschätzt. 
Qurinus gilt als »Schutzpatron der Soldaten«, Helfer bei Haut- und Ohrenkrankheiten und als Schutzpatron des Viehs.
Alten Aufzeichnungen zufolge schenkte Papst Leo IX. anno 1050 die Reliquien des Quirinus seiner Schwester Gepa, der Äbtissin des Kanonissen-Stifts von Neuss. Die Reliquien wurden über Metz nach Neuss transportiert und kamen am April anno 1050 durch Perl. 

Dadurch erreichte im elften Jahrhundert der Glaube an Quirinus in der Umgebung eine große Bedeutung und zog immer wieder Pilger an. Daraus folgend wurde die Kapelle errichtet.

Seit 2001 ist die Pfarrgemeinde Perl im Besitz einer Reliquie des Hl. Quirinus (Geschenk aus der Münsterkirche in Neuss).

Ein Gussrelief in einer Nische über dem Eingang zeigt den Hl. Quirinus in Kriegsrüstung mit Schild und Lanze auf seinem Pferd. An der rechten Seitenwand des Chors hängen vierzehn Kreuzwegreliefs aus Guss.

Heute dient die Kapelle als Erinnerungsstätte für die Kriegsopfer der beiden Weltkriege. Die Kapelle wird heute nur noch zweimal im Jahr sakral genutzt: Beim Quirinusritt am 1. Mai jede Jahres und bei der Ehrung der Kriegsopfer am Volkstrauertag.


Quelle: Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Archiv, Bestand Perl, Quirinuskapelle (Dossier K 970)