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Die Saarabstimmung 1935

Vorgeschichte


Auf Grund des ›Versailler Vertrages‹ war in fünf deutschen Grenzgebieten (in Eupen-Malmedy, Nordschleswig, Ostpreußen (Marienwerder und Allenstein), in Oberschlesien und im Saarland) eine Abstimmung darüber vorgeschrieben, ob die Einwohner unter der Regierung des Deutschen Reiches bleiben oder unter die des Nachbarlandes kommen wollten.

Die deutsche Reichswehr hatte das Abstimmungsgebiet zu verlassen. Für Ruhe und Sicherheit hatten in dieser Zeit, neben einer verbliebenen deutschen Polizeitruppe, die im Vertrag bestimmten Besatzungseinheiten zu sorgen.

Die Abstimmungskommissionen setzten sich aus Vertretern von Groß-britannien, Italien, Frankreich und Japan zusammen. Die Abstimmungs-truppen stellten Großbritannien, Frankreich und Italien.

Ursprünglich war die Beteiligung der USA vorgesehen, diese hatten aber den ›Versailler Vertrag‹ nicht unterschrieben und schieden dadurch für derartige Aufgaben aus.

        

Saarabstimmung

Die von Völkerbund eingesetzte »Regierungskommission des Saargebiets« nahm am 26. Februar 1920 ihre Tätigkeit auf. Zum Präsidenten wurde der französische Staatsrat Rault, Präfekt des Marne-Departements, bestimmt.

Belgien war durch Major Lambert, Dänemark durch den Grafen von Moltke-Huitfeld vertreten. Hinzu kamen der Landrat von Saarlouis, Alfred von Boch, und im März 1920 der ehemalige Bürgermeister von Winnipeg, der Kanadier Waugh.

Bei den Mitgliedern des Gremiums traten im Laufe der fünfzehn Jahre einige Wechsel ein, auf die wir hier nicht weiter eingehen wollen.

Am 4. Juni 1934 war vom Völkerbund der Zeitpunkt der Volksabstimmung auf den 13. Januar 1935 festgelegt worden. Eine internationale Dreier-Kommission sollte die Abstimmung überwachen.

Um während der Wahlphase Ruhe und Ordnung zu gewährleisten, den sicheren Transport der Wahlurnen nach der Stimmabgabe von den Wahllokalen zur zentralen Auszählung in Saarbrücken durchzuführen, und nicht zuletzt, um die Präsenz des Völkerbundes sichtbar werden zu lassen, wurden schon vor Weihnachten Truppenteile unter dem Mandat des Völkerbundes ins Saarland entsandt. Das gesamte Kontingent unterstand dem britischen Major-General J.E.S. Brind.


13.1.1935, Abstimmung über den Verbleib des Saargebietes  

 

Stimmen  

in Prozent

Stimmberechtigte

539.541

65,00 %

abgegebene Stimmen

528.105

       

Beteiligung

       

97,88 %

gültige Stimmen

525.856

99,57 %

davon:



Vereinigung 

mit Deutschland

477.119

90,73 %

Beibehaltung der gegenwärtigen Rechtsordnung (Status quo)

 46.613

 8,86 %

Vereinigung 

mit Frankreich

  2.124

 0,40 %