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Temmels

Temmels ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Die Gemeinde Temmels gehört zur Verbandsgemeinde Konz (Rheinland-Pfalz).

Temmels liegt an der Obermosel, welche hier die Grenze zu Luxemburg bildet. Der Ort liegt etwa 20 Kilometer südwestlich von Trier und ist verkehrstechnisch gut zu erreichen über die B 419 (Moselweinstraße). Außerdem verfügt Temmels über einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Wittlich-Perl.  

Temmels hat rd. 600 Einwohner, seine Fläche umfasst 662 ha, davon 63 ha Weinbau und 169 ha Wald.

      

Geschichte

Temmels wurde erstmals 634 als »Villa Tamaltio« urkundlich genannt. Die beiden Siedlungskerne des Dorfes werden als einerseits römischer und andererseits fränkischer Herkunft angesehen.

Temmels gehörte bis zur Französischen Revolution zu Luxemburg. Der Deutsche Orden war hier seit dem 13. Jahrhundert über die Landkommende Trier mit dem Georgshof begütert.

Am 20. Juli 1946 wurde Temmels gemeinsam mit weiteren 60 Gemeinden der Landkreise Trier und Saarburg dem am 16. Februar 1946 an Frankreich abgetretenen Saarland angegliedert.

Am 8. Juni 1947 wurde diese französische Gebietserweiterung bis auf 20 Gemeinden wieder zurückgenommen und damit kam Temmels zu dem am 30. August 1946 gegründeten Rheinland-Pfalz. 

Die Moselweinstraße und besonders die Eisenbahnstrecke, an welcher in Temmels bereits 1883 ein Haltepunkt eröffnet wurde, durchschneiden die Ortslage, wobei in der Entwicklung des Dorfes ohnehin zwei Siedlungskerne angenommen werden können:

Einer befindet sich unmittelbar an der Mosel, während der andere etwas abgesetzt oberhalb der Bahnlinie liegt. Wiederum etwas abgesetzt an der Mosel erstreckt sich als dritter baulicher Schwerpunkt der ummauerte Bereich des »Georgshofes«, des ehemaligen Deutschherrenorden.

Wie die Nachbarorte gehörte Temmels vom Mittelalter bis zur Französischen Revolution zu Luxemburg. Der »Deutsche Ritterorden« war hier seit dem 13. Jahrhundert begütert. Die katholische Pfarrkirche St. Peter wurde 1861/62 am damaligen Dorfrand in neugotischer Ausstattung erbaut.

Die alte, 1877 abgebrochene Kirche befand sich im ummauerten Friedhofsbereich an der Mosel. Neben den im Ortskern teils gut erhaltenen alten Häusern und Höfen gewinnt Temmels seine besondere bauliche und kulturhistorische Note durch das bereits erwähnte ehemalige Landgut des Trierer Deutschherrenorden (Georgshof).

Die aus einer in Gänze ummauerten Gebäudegruppe bestehende Anlage an der Mosel war seit den 1970er Jahren dem Verfall preisgegeben und befindet sich in weitgehend ruinösem Zustand, lässt aber die einstige Bedeutung durchaus noch erkennen.

             

Der Georgshof

Kulturhistorischen Wert besitzt der »Georgshof« (Schloss Gebertshof), ein ehemaliges Landgut des Trierer Deutschen Ordens. Die klassizistische Gebäudegruppe, 1785/86 von Architekt Peter Görgen erbaut, lässt aber die einstige Bedeutung durchaus noch erkennen.

Neben dem Herrenhaus befinden sich zwei Wirtschaftsgebäude aus dem 19. Jahrhundert sowie ein Gartenpavillon und eine Gruftkapelle in den moselseitigen Ecken des Parks.

In der moselseitigen Mauer befindet sich ein heute vermauertes Tor. Die Gesamtkomposition ist beispielhaft für eine frühklassizistische Bauanlage einschließlich Hofraum Pavillons und Park. 

Als geistliches Eigentum wurde das Schloss in der Säkularisation versteigert, hatte im 19./20. Jahrhundert mehrere Besitzer und diente nach dem 2. Weltkrieg zuletzt als Flüchtlingslager. 

Der Bau des »Georgshofs« präsentierte sich 1996 als Ruine mit entsprechendem Biotop. Haupt- wie Nebengebäude befanden sich bis in den 1960er Jahren noch in einem mehr oder weniger intakten, wenn auch renovierungsbedürftigen Zustand und sind erst in den letzten 30 Jahren verfallen. Eine Renovierung - bzw. Wiederinstandsetzung - ist geplant. Erste öffentliche Mittel zur Bestandserhaltung sind im Sommer 1996 bewilligt.

Das Hauptgebäude wurde 1998 notgesichert und ist nicht frei zugänglich. Inzwischen ist das Hauptgebäude wieder mit einem Schutzdach versehen.

          

Im Ortskern befinden sich teils gut erhaltene alte Häuser und Höfe.

  • Am Bach 4: barockes Quereinhaus, 1757
  • Bahnhofstraße: Wegekapelle, 19. Jahrhundert
  • Bahnhofstraße 20: Quereinhaus, bezeichnet 1841, Erweiterung gegen Anfang des 20. Jahrhunderts
  • Bahnhofstraße 22: barockes Quereinhaus, 1766, Erneuerung der Ökonomie im frühen 19. Jahrhundert
  • Flurweg, Ecke Saarburger Straße: Kreuzbildstock, bezeichnet 1632, um 1820
  • Kirchstrasse 4: spätgründerzeitliches Quereinhaus, bezeichnet 1906
  • Saarburger Straße 1: Quereinhaus, Ende des 17. Jahrhunderts, barocke Erneuerungen

     

Die kath. Pfarrkirche

Die katholische Pfarrkirche St. Peter wurde 1861/62 am damaligen Dorfrand erbaut. Sie wurde als neugotischer Saalbau ausgeführt durch den Architekten Carl Atendet.