Nittel

Nittel an der Obermosel ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsge-meinde Konz an. 

Der Ort liegt zwischen Dolomit- und Kalksteinfelsen und ist ein staatlich anerkannter Erholungsort. 

Nittel liegt 24 km südlich von Trier an der Obermosel, die hier die Grenze zu Luxemburg bildet. 

Auf der gegenüberliegenden luxemburgischen Uferseite liegt die zur Gemeinde Wormeldingen gehörige Ortschaft Machtum. 

Zur Gemeinde Nittel gehören der 4 km südlich an der B 419 gelegene Ortsteil Rehlingen und der auf der Hochfläche liegende und landwirtschaftlich geprägte Ortsteil Köllig. 

        

Ortsteile 

Rehlingen liegt in einem Bachtal mit schönem Blick über die Mosel, ca. 3 km südlich von Nittel. Dieser sehr ruhige und erholsame Ortsteil bietet für den Fremdenverkehr viele Unterkunftsmöglichkeiten und ist, dank direkter Anbindung an die B 419 und dem Mosel-Radweg, ein idealer Ort zum Start diverser Ausflüge nach Deutschland, Luxemburg oder Frankreich. 

Köllig liegt genau zwischen Nittel und Rehlingen auf einer Hochebene und ist durch Landwirtschaft geprägt. Gemütliche und gut erhaltene Höfe, viele Tiere und ein wenig Landluft machen den Charme dieses kleinen Ortsteils von Nittel aus. Köllig kann man auch bequem zu Fuß erwandern. Eine Wanderung durch idyllische Weinberge und urige Wälder ist sehr zu empfehlen. 

Zwischen Nittel und Onsdorf liegt der Aussichtspunkt »Höcht« (390 Meter über NN).  

       

Geschichte 

Nittel wurde erstmals unter dem Namen »Nitele« in einer Urkunde des Jahres 1000 durch den Trierer Erzbischof Ludolf erwähnt. Eine Abschrift des Originals befindet sich im Stadtarchiv in Trier. Sie war anlässlich der Feierlichkeiten im Jahre 2000 im Bürgerhaus in Nittel ausgestellt.  

Nittel erlebte über viele Jahrhunderte hinweg eine sehr wechselvolle Geschichte mit häufigen Veränderungen der herrschaftlichen Verhältnisse und damit verbunden mit zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen.

So gehörte der Ort zeitweise zum Herzogtum Lothringen, mehrmals zu Frankreich, zu Luxemburg und damit zu den österreichischen Niederlanden. Schließlich kam Nittel nach dem Wiener Kongress zu Preußen.  

Sehr schlimme Zeiten hatten die Menschen an der Obermosel während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) erlebt.  

Köllig wurde erstmals im Jahre 1030 als »Coeltiche« erwähnt. Der erste urkundliche Nachweis des heutigen Ortsteils Rehlingen erfolgte um die Mitte des 12. Jahrhunderts.  

Die Nitteler haben über viele Jahrhunderte hinweg hauptsächlich von der Landwirtschaft und vom Weinbau gelebt.  

Am 18. Juli 1946 wurde Nittel gemeinsam mit weiteren 80 Gemeinden der Landkreise Trier und Saarburg dem Saarland zugeordnet, das zu der Zeit nicht mehr dem Alliierten Kontrollrat unterstand. Diese Zuordnung währte jedoch nicht lange, denn schon am 8. Juni 1947 kam Nittel und 60 weitere zuvor ausgegliederte Gemeinden an das im Jahr 1946 neu gebildete Land Rheinland-Pfalz.  

Am 17. März 1974 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Köllig und Rehlingen eingemeindet. 

            

Nittel ist das Zentrum des Elbling-Anbaus an der Obermosel

Rund 25 Weingüter bewirtschaften eine Rebfläche von 290 ha. Die Kalkböden und das fast mediterrane Klima geben dem Wein eine besondere Note. 

Zu Nittel gehören die Weinlagen Rochusfels, Hubertusberg, Leiterchen und Blümchen. 

Schon lange vor der Zeit römischer Besiedlung soll der Keltenstamm der Treverer unter griechischem Einfluss an der Mosel Weinbau betrieben haben. Den Römern ist die weitere Verfeinerung dieser Kultur zuzuschreiben. Die wohl älteste Rebsorte an der Mosel ist der Elbling. 

In Nittel, mit 290 ha Rebfläche die größte Weinbaugemeinde an der Obermosel, umfasst der Elbling rund 75 % der Anbaufläche und ist somit prägend für die Region. 

Lebendig, rassig, anregend, erfrischend und leicht bekömmlich ist dieser trockene Weißwein, der sich auch sehr gut für die Veredelung zu Sekt eignet. 

Neben dem Elbling reifen hier Burgunder zu anspruchsvollen Weinen heran. Auxerrois, Weiß- und Grauburgunder gedeihen hervorragend auf dem Kalkboden der Obermosel, der sich bis hin zum französischen Zentralmassiv erstreckt. 

Hotels, Restaurants und Weingüter mit ihren Straußwirtschaften und Gutsschänken sind auf den Tourismus eingestellt. Attraktiv für Besucher sind der Weinlehrpfad unterhalb einer imposanten Kalksteinwand, Wanderwege (500 ha Wald gehören zu Nittel), zwei Naturschutzgebiete (Nitteler Fels mit Orchideenvorkommen), die Rochus-Kapelle sowie die Teich- und Erholungsanlage Eberthälchen. 

In Nittel befindet sich eine Anlegestelle der Moselschifffahrt.

Fahrradwege entlang der Mosel ermöglichen ausgedehnte Touren. Es bieten sich Möglichkeiten zum Tennis- und Minigolfspiel, zum Reiten und Angeln. Ein Freibad befindet sich im benachbarten Luxemburg: in Grevenmacher. Nicht zu vergessen sind Ausflüge nach Trier oder in die Stadt Luxemburg. Beide sind ca. 25 km entfernt.  

             

Als einziger Ort an der Obermosel verfügt Nittel über eine ortseigene Zeitung, die »Darfscheel«. 

Foto: Tobias Beck

Die »Darfscheel« ist eine Dorfzeitung für Nittel, die Ortsteile Köllig und Rehlingen sowie das luxembur-gische Machtum auf der gegenüberliegenden Mosel-seite. Sie erscheint drei bis vier Mal pro Jahr in einer Auflage von ca. 1.500 Exemplaren. 

Die Zeitung ist politisch und wirtschaftlich unabhängig. Sie wird kostenlos an alle Haushalte in Nittel, Köllig, Rehlingen und Machtum verteilt. Sämtliche Mitarbeiter und die Autoren arbeiten ehrenamtlich. 

Seit dem 29. Oktober 2010 firmiert die Darfscheel unter dem gemeinnützigen Verein »Darfscheel - Dorfzeitung Nittel e.V.« 

Die »Darfscheel« hat das Ziel, über das Geschehen im Dorf zu berichten, Traditionen zu pflegen, das Gemeinschaftsgefühl im Dorf zu fördern und den Vereinen ein Forum zur Verbreitung von Nachrichten zu bieten. 

Dazu möchte sie Diskussionen anregen und Streitpunkte wiedergeben. Da die Zeitung kein Amtsblatt o.ä. ist, besteht aber auch keinerlei Verpflichtung, offizielle Mitteilungen abzudrucken.

         

Feste und Veranstaltungen

  • Weinlehrpfadfest (Karsamstag) Tage der offenen Weinkeller (1. Mai-Wochenende)
  • St. Rochus Weinkirmes und deutsch-luxemburgisches Weinhappening
  • (3. August-Wochenende) Gemeinsames Weinfest mit den luxemburgischen Nachbarn aus Machtum mit einem Schiffs-Pendelverkehr über die Mosel. Das 1. deutsch-luxemburgische Weinhappening wurde im Jahre 2006 gefeiert und vom Aus- wärtigen Amt in Berlin als ein besonderes Europaprojekt ausgezeichnet.  Traditionell fängt die Weinkirmes am Freitag mit einem Feuerwerk an.
  • Hobby- und Kreativmarkt
  • Elbling-Probetag (November)
  • Après-Ski-Party am 2. Weihnachtsfeiertag