Die Granahöhe

Die Granahöhe mit dem Granadenkmal

Die »Granahöhe« ist eine etwa 30 Meter hohe, bewaldete Felsterrasse am moselnahen, westlichen Fuß des 347 Meter hohen ›Liescher Berges‹ im Gemeindegebiet Wasserliesch.  

Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges gab es in der Gegend schon bald wieder neue kriegerische Auseinandersetzungen. Im Jahre 1673 hatte ein französisches Heer unter Ludwig XIV., dem »Sonnenkönig«,  das Trierer Land überfallen und die Stadt Trier besetzt. 

Der Trierer Erzbischof und Kurfürst Karl Kaspar von der Leyen, der zu dieser Zeit nicht in seiner Stadt, sondern in der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz residierte, hatte zunächst vergeblich den Reichstag um Hilfe ersucht. 

Im Mai 1673 erklärte Deutschland daraufhin Frankreich den Krieg. Bis Ende desselben Jahres gelang es dem Deutschen Kaiser Leopold I. ein Heer aufzustellen in der Absicht, die Franzosen wieder zu vertreiben. 

Am 2. August 1675 begannen die kaiserlichen Verbände mit insgesamt 23000 Mann die Stadt Trier einzuschließen. Daraufhin setzte Ludwig XIV. ein 15000 Mann starkes Heer von Lothringen aus in Marsch. 

So kam es am 11. August 1675 in der Talniederung unweit der Saarmündung zwischen dem Ortsteil Reinig und der Konzer Brücke über die Saar hinweg zur Konfrontation mit den kaiserlichen Truppen.

In dieser Schlacht konnten die kaiserlichen Verbände die Franzosen vernichtend schlagen. 2.000 Mann fielen, 1.600 gerieten in Gefangenschaft. Neben 80 Fahnen und Standarten erbeuteten die kaiserlichen Truppen alle 11 Kanonen und 200 Wagen des Gegners mit Versorgungsgütern. 

Die Gefallenen sollen oberhalb der »Granahöhe« auf einer etwas höher gelegenen Terrasse des Berghanges des »Liescher Berges« in der Gemarkung »Auf der Kerrichhof« (auf dem Kirchhof) begraben worden sein.  

Mitentscheidend für den Sieg war die Heerführung des aus Genua stammenden Generalmajors Otto Heinrich Marchese de Savone Caretto de Grana, welcher den »rechten Flügel« der kaiserlichen Truppen von der strategisch günstig gelegenen Granahöhe an der Ostflanke des Liescher Berges aus einsetzte. 

Die Gegner unter dem Kommando des Marschalls Francois de Bonne de Créqui wurden dabei vernichtend schlagen. 

An das historische Ereignis erinnert das 1892 auf der Granahöhe errichtete »Granadenkmal«. 

In der Ära des Wilhelminismus konzipiert, symbolisiert es das nach der Reichsgründung von 1871 erstarkte deutsche Nationalbewusstsein. Es atmet aber auch den Geist jener zeitgenössischen Propaganda, die in Frankreich einen Erbfeind zu erkennen glaubte. 

Eine in den Stein gemeißelte Inschrift dokumentiert das Kampfgeschehen wie folgt: »Zur Erinnerung an die Schlacht an der Conzer Brücke«. 

Am 11. August 1675 erfochten hier deutsche Truppen, kaiserliche, Lothringer, Lüneburger, Münsterländer, Osnabrücker, Trierer unter Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg über die Franzosen unter Marschall de Crequi einen glänzenden Sieg. 

Von dieser Höhe setzte der kaiserliche General Grana den Angriff des rechten Flügels an, der die Niederlage der Feinde nach dreistündigem Kampf entschied.

Bald nach dieser Schlacht wurde Trier der Gewalt der Franzosen entrissen und der durch deutsche Gesinnung ausgezeichnete Kurfürst Erzbischof Karl Caspar von der Leyen zog wieder in seine Hauptstadt ein. 

Die antifranzösische Tendenz unterstreicht der Satz: »BLEIBT DEUTSCHE EINTRÄCHTIG! SO BLEIBT IHR MÄCHTIG«. 

Über die Enthüllung des »Granadenkmals« am 7. August 1892 berichtete die »Trierische Landeszeitung« ausführlich und betont ausdrücklich die patriotische Stimmung: 

»Insbesondere lenkte der Triumphbogen des ›Kriegerbund‹ durch seine sinnreiche Ausführung die Aufmerksamkeit der Vorübergehenden auf sich.«

Die Inschrift: »Dulce et decorum est pro patria mori« (Süß und ehrenvoll ist es, für's Vaterland zu sterben) verdeutlicht, in welchem Maße die Erbauer des Granadenkmals vom neuen Nationalbewusstsein geleitet waren.  

So sprach denn auch der Festredner, der Trierer Regierungspräsident Adolf von Heppe, vor der Übergabe des Denkmals an den damaligen Gemeindeverband Konz–Wasserliesch »von den früheren bemuthigenden(›entmutigenden‹ würde man heute eher sagen) Zuständen im deutschen Lande« und verwies auf »unser heutiges einiges und mächtiges Deutschland«. 

Er erinnerte an »die Bedeutung der Schlacht bei Conz am 11. August 1675, deren Andenken gefeiert werde durch das errichtete Grana-Denkmal«. Und weiter schreibt die Zeitung: »Das am Schlusse der Festrede beim Fallen der Hülle mit zündenden Worten ausgebrachte Hoch auf Seine Majestät Kaiser Wilhelm II. fand brausenden Widerhall....                        

Heute ist das Denkmal Teil des mit EU-Unterstützung  vor 8 Jahren einge-richteten »Kultur- und Orchideenweges« der Obermoselgemeinde Wasser-liesch.