Besch

Besch ist ein Ortsteil und Gemeindebezirk der Gemeinde Perl im Landkreis Merzig-Wadern (Saar-land). Bis Ende 1973 war Besch eine eigenständige Gemeinde.   

Im Rahmen der saarländ. Gebiets- und Verwaltungs-reform wurde zum 1. Januar. 1974 die bis dahin eigenständige Gemeinde Besch zusammen mit 13 anderen Gemeinden der damals neu gebildeten Gemeinde Perl zugeordnet. 

Besch ist der einzige Gemeindeteil, der direkt an der Mosel liegt.  

      

Geschichte

Besch hieß bei den Kelten vermutlich »Bassius«, bei den Römern »Bessiacum«. 893 wurde Besch erstmals urkundliche erwähnt: Die Trierer Abtei St. Maximin erhielt Besch von König Arnulf als Geschenk. Hierauf findet sich die Bezeichnungen Bessich, Biske, Piche und Becha.

1433 kam Besch zu Burgund. Die nächsten Herren waren Habsburg, Spanien (1555) und die österreichischen Niederlande (1714).

Nach der Besetzung durch die französischen Revolutionstruppen (1794) und der Annexion der österreichischen Niederlande (1795) gehörte der Ort bis 1814 zum französischen Departement und wurde verwaltungsmäßig dem heute luxemburgischen Remich zugeordnet. 1816 wurde Besch preußisch.  

       

Sehenswertes

In Besch befindet sich die größte Kriegsgräberstätte des Saarlandes, welche sowohl für die gefallenen Deutschen, als auch Soldaten anderer Länder zur letzten Ruhestätte geworden ist.  

Geographisch liegt der Ehrenfriedhof in einer Linie mit dem Westwall (Reste sind noch als Friedhofsmauer im nahege-legenen Tettingen-Butzdorf zu sehen).  

Auf dem Friedhofgelände sind als Mahnmal noch Reste des Ende der 1970er gesprengten Bunkers zu sehen. Der zweite Bunker lag 200 m weiter an der heutigen Kreuzung nach Nennig/Tettingen und wurde komplett gesprengt und unsichtbar gemacht.  

Unweit im Wald finden sich auch heute noch Reste der Bunkeranlage sowie zugeschüttete Zugangsschächte. Bis weit in die 1970er waren im Bereich um den Friedhof Waffen- und Gerätefunde aus dem Zweiten Weltkrieg keine Seltenheit. Die Kinder spielten damals in den noch unverschütteten Bunker-anlagen. Heute hat sich die Natur die sichtbaren Reste überwiegend durch Wucherung wieder zurückgeholt.  

        

Pestkreuze

Bekannt ist Besch für seine zahlreichen Feld- und Pestkreuze, worunter das Normannenkreuz, auch Bischof-Walo-Kreuz genannt, als ein ganz besonderes gilt. Alle Kreuze stehen innerhalb der Ortslage westlich der Bundesstraße zur Mosel hin. 

  • Pestkreuz von 1616, Lage: bei Friedhofstraße 2
  • Pestkreuz von 1688, Lage: bei Friedhofstraße 19
  • Pestkreuz von 1616, Lage: bei Schulstraße 1

In der Lage eine Ausnahme ist das Bischof-Walo-Kreuz von 1688: 

Es liegt heute nur ca. 200m östlich der B419 an einer Straßengabelung (Zu den Mühlen / Tettinger Str.).   

Der Überlieferung nach wurde es 1688 zur Erinnerung an Bischof Walo von Metz errichtet, welcher dem Trierer Bischof zu Hilfe eilend das fränkische Heer 882 gegen die Normannen geführt haben soll.   

Dieses Kreuz wurde mehrfach in seinem Standort verändert. Ursprünglich stand es unmittelbar an der Mosel. Aus der Inschrift des Kreuzes ergibt es sich jedoch, dass es sich höchstwahrscheinlich um ein »normales« Pestkreuz handelt. 

          

Pfarrkirche

Die katholische Pfarrkirche St. Magaretha in der Dorf- mitte wurde 1848 erbaut und liegt in unmittelbarer Nähe der Mosel. Das neben der Kirche liegende Pfarrhaus soll ca. 800 Jahre alt sein. 

     

Promenade

Besch besitzt eine schöne Moselufer-Promenade, leider im Bereich der Gemeinde Perl auch die einzige Uferpromenade, über die auch der Mosel-radweg Koblenz - Metz führt.    

Der ehemalige Leinpfad bietet als Erholungszone Spazier- und Ruhemöglichkeiten. An den zahlreichen Angelweihern, welche sich seitlich der Mosel liegen, finden Fischer Erholung und Ruhe.

Im Ortsbereich befindet sich eine Anlegestelle mit Slipanlage, über welche die Kleinboote ins Wasser eingelassen werden könnnen.