Das Felsenbild »Hänsel und Gretel«

Nicht weit vom »Großen Stiefel«, am gegen-überliegenden Berghang, befindet sich das keltische Götterdenkmal »Sukellus und Nantosvelta«, die im Volksmund »Hänsel und Gretel« genannt werden, seltener auch »Die Engelchen« oder »Herr Rapp und seine Frau«.

Zitat aus »Die Sagen der Saar«, Karl Lohmeyer, Minverva Verlag Thinnes & Nolte, 1989:

»In dem stimmungsvoll »in der Seng« in einer niederen Felswand und in einer Nische darin eingehauenen Zweigötterbild eines seitlichen Wald- tales vor Sengscheid, das man ehemals auch »im Sengelteller« nannte und das sich gegenüber des Sagenberges vom Stiefel auf seiner Rückseite, also noch in einem Seitental des so lieblichen Grumbachtales befindet, will das Volk »Hänsel und Gretel« erkennen.

Im späteren 18. Jhdt. aber benannte man das keltische Heiligtum, mit Bezug auf den hier in dieser Gegend und in Ensheim so begüterten Abt von Wadgassen, den Abtfelsen...«

Die Kelten, auch Gallier genannt, siedelten ab etwa dem 8. Jahrhundert vor Christus im Gebiet von Champagne und Saar über Mittelrhein und Bayern bis Böhmen.

Später erreichte das Keltenreich eine Ausdehnung von Britannien bis Anatolien. Träger der keltischen Religion waren die Druiden. Es gab vier große Feste im Jahr:

→ Imbole am 1. Februar,

→ Beltene am 1. Mai,

→ Lugnasad am 1. August und

→ Samhain am 1. November.

»Sucellos« war der Gott der Ahnen, mit einem Hammer in der Hand, der über die Kräfte des Lebens und des Todes verfügt. Nantosvelta war die Schützerin der Wohnstätten, dargestellt mit dem Raben und dem Haus. Sie war die Schützerin von Haus und Hof und auch die Schützerin der Anderswelt, in der die Ahnen wohnen.

Dr. Wolfgang Krämer, Lokalhistoriker aus St. Ingbert, schrieb 1925 über den bedeutenden Rest gallorömischer Kultur:             

»Ein zweifellos antikes Bildwerk und wohl der bedeutendste Rest gallorömischer Kultur auf unserer Gemarkung befindet sich eine Viertelstunde südlich Sengscheid am Ende eines stillen Wäldchens.«