Unser Heimatort Perl

Perl liegt im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Luxemburg an den Hängen rechts der Obermosel und zieht sich weit auf den Moselgau hinauf.  Auf der anderen Moselseite liegt Luxemburg mit der Ortschaft Schengen. 

Die Gemeinde Perl wird im Westen (Gemarkungen Besch, Nennig und Perl) von der Mosel begrenzt, die hier die Grenze zu Luxemburg bildet.

Da die Mosel hier auf einer Länge von rund zehn Kilometern den saarländischen Teil des »Gemeinschaftlichen deutsch-luxemburgischen Hoheitsgebiets« bildet, welches nicht zur Gemeinde gehört, grenzt Perl streng genommen an dieses Gebiet und dadurch nicht direkt an den links der Mosel gelegenen luxemburgischen Kanton Remich. 

Im Süden stößt die Gemeinde an Frankreich (Lothringen). Perl liegt direkt an der Grenze zum französischen ›Département Moselle‹ mit den Orten Apach, Belmach und Merschweiller. Unmittelbar vor der Grenze mit Frankreich liegt die Moselschleuse Apach.

Im Norden grenzt die Gemeinde Perl an Rheinland-Pfalz. Der östliche Nachbar ist die Gemeinde Mettlach. Der höchste Punkt der Gemeinde ist der unmittelbar an der französischen Grenze gelegene Schneeberg in Eft (429 m über NN). 

        

Ortsteil Perl

Der Ortsteil Perl selbst hat rd. 2.200 Einwohner und zieht sich vom Moselufer zwischen den Weinbergen den Hang hinauf. Auf der anderen Flussseite liegt das luxemburgische Schengen.

Die Gemeinde Perl gliedert sich 14 Ortsteile, die 11 Gemeindebezirken zugeordnet sind:  Besch, Borg, Büschdorf, Eft-Hellendorf, Kesslingen, Münzingen, Nennig, Oberleuken, Oberperl, Perl, Sehndorf, Sinz, Tettingen-Butzdorf und Wochern. Oberleuken, Kesslingen und Münzingen, sowie Tettingen-Butzdorf und Wochern bilden jeweils einen gemeinsamen Gemeindebezirk. Die übrigen Gemeindebezirke sind mit den Ortsteilen identisch.

      

Sehndorf

Das Winzerörtchen Sehndorf ist ein Ortsteil von Perl und liegt idyllisch inmitten von Weinbergen am Fuße des »Marienberg«. Der kleine Weinort wurde urkundlich erstmalig im Jahre 1129 erwähnt.

1994 wurde es im Wettbewerb »Unser Dorf soll schöner werden« mit der Silbermedaille im Bundeswettbewerb sowie mit der Goldmedaille auf Landesebene ausgezeichnet.

1996 erhielt es den Sonderpreis im Wettbewerb »Europäischen Dorferneuerung«.

Sehndorf ist ein liebevoll restauriertes Winzerdorf mit historischem Ortskern, alten lothringischen Bauernhäusern und stilvoll restaurierten historischen Waschbrunnen in der Dorfmitte.

Sehenswert sind auch die Kreuzwegstationen in den angrenzenden Weinbergen, welche am Weg von der Marienstraße aus durch die Weinberge des Marienberg zur Fatimakapelle, einer Pilgerstätte am Waldrand hoch oben »im Atzbüsch« , führen.

Viele aus Dankbarkeit an den Seitenwänden angebrachten Tafeln und die immer zahlreich brennenden Kerzen zeugen von der Frömmigkeit der Pilger. Die Kapelle hat ihren Namen von »Fátima« – einem viel besuchten katholischen Wallfahrtsort in Portugal, welchen hilfesuchende Pilger in der Hoffnung auf Heilung aufsuchen. Ursprung ist eine dortige Marienerscheinung im Jahr 1917.

Die Errichtung der kleinen Kapelle geht auf eine Initiative des Jahres 1951 zurück. Der damals 21-jährige Einheimische Josef Bladt (†25.November 1998) setzte seine Idee zum Bau einer Fatima-Kapelle zu Ehren der Gottesmutter an dieser Stelle in die Tat um. Nach fast einjähriger Bauzeit war die Kapelle 1952 errichtet. Die jetzige Marien-Statue wurde 1997 in der Kapelle vom Erbauer aufgestellt.

Unmittelbar in der Nähe befindet sich das renovierte Hauptkreuz des Kreuzweges. Dies ist das einzig erhaltene alte Holzkreuz aus den Herstellungsjahren 1961/1962. Die neuen Kreuze entlang des Kreuzweges wurden 1986 aufgestellt.

Unterwegs kann man an der Schutzhütte innehalten und die herrliche Aussicht ins Moseltal genießen.

In den Abendstunden des 15. August (Mariä Himmelfahrt) findet alljährlich eine Lichterprozession vom Dorf aus durch die Weinberge zur Fatimakapelle statt.

Die katholische Marienkapelle im Ortskern wurde 1843 erbaut und in den letzten Jahren mit viel ehrenamtlichem Einsatz vollständig restauriert. Sie besitzt im Turm eine Bronze-Glocke, welche 1974 in der ehemaligen Glockengießerei Mabilon in Saarburg gegossen wurde.

Noch heute ruft sie 3 mal am Tag zum Gebet, doch statt wie üblich zur »vollen Stunde« erinnert sie die Gläubigen jeweils bereits eine Viertelstunde vorher ans Gebet.

                

Borg

Nicht weit entfernt, nahe des Ortes Borg, graben Archäologen seit 1987. Hier stießen sie auf einen gallo-römischen Gutshof mit einem prachtvoll ausgestatteten Haupthaus und zahlreichen Nebengebäuden.

Nach Auswertung der gefundenen Gegenständen wurde im 1. Jhdt. n.Chr. (auf dem Gelände einer ehemaligen keltischen Siedlung und auf deren Grundmauern) ein römisches Fachwerkhaus errichtet, welches später durch einen großzügigen Steinbau ersetzt wurde.

Man geht davon aus, dass die Villa Borg in der zweiten Hälfte des 3. Jhdt. n.Chr. durch Germaneneinfälle zerstört wurde.

Teilweise sind danach aber Gebäudeteile wieder aufgebaut worden. Funde der Archäologen zeugen davon, dass rund um Borg bis zum letzten Viertel des 4. Jhdt. n.Chr. Menschen lebten.

Borg liegt 355 m hoch auf dem Saargau, der hier an der Mosel auch Moselgau genannt wird. Heute hat Borg hat knapp 400 Einwohner. Die Villa Borg gehört zu den wichtigen römischen Ausgrabungsstätten im Saarland.