Vornamen

Apostel Thomas

Der Namenstag einer Person ist der christliche Gedenktag (meist der Todestag) des Heiligen, dessen Namen diese Person trägt (Namenspatron). 

Er war früher wichtiger (und ist in manchen katholischen und orthodoxen Gebieten bzw. Ländern bis heute gleich wichtig, manchmal sogar wichtiger) als der eigene Geburtstag.

Noch heute werden in vielen europäischen (hauptsächlich katholisch oder orthodox geprägten) Ländern Namenstage gefeiert, so vor allem in Italien, Griechenland, Zypern, Ungarn, Bulgarien, Polen, Litauen, Spanien, Portugal, Rumänien, Kroatien, Serbien, Mazedonien, Tschechien und der Slowakei, aber auch außerhalb Europas, wie z.B. in lateinamerikanischen Ländern.

Die Feier des Namenstages gestaltet sich in den meisten der genannten Ländern ähnlich wie die Feier des Geburtstages. 

So wird die Person beispielsweise auch am Namenstag von  Familienangehörigen, Freunden und Arbeitskollegen beschenkt.

Im Zuge der Christianisierung der Völker außerhalb des alten Römerreiches wurden die sogenannten »christlichen Namen« zum unterscheidenden Kennzeichen. Sie markierten die besondere Verbindung mit dem Apostel oder dem Märtyrer, dessen Namen der Neugetaufte erhielt.

Der Gedenktag des Heiligen im Kalender der Kirche bekam für den Namensträger eine besondere Bedeutung. Das eigene Geburtsdatum war dagegen oft gar nicht bekannt.

Im Mittelalter wurde bei der Taufe (überwiegend am Tag nach der Geburt) dem Täufling gerne der Name des »Heiligen des Tages« gegeben. Das Taufdatum, zugleich Namenstag, wurde danach im Kirchenbuch eingetragen (also nicht das eigentliche Geburtsdatum).​

Martin Luther, geboren am 10. November 1483, getauft am 11. November, erhielt somit den Namen des Hl. Martin von Tours (Martinstag).

​Die Bedeutung des Namenstages nahm in der katholischen Kirche unter gegenreformatorischem Akzent zu. Um sich von Protestanten abzuheben, sollten sich die katholischen Gläubigen regelmäßig und festlich einer innigen Verbindung mit dem jeweiligen heiligen Namenspatron vergewissern.

Die hl. Notburga

Das Konzil von Trient (1545 bis 1563) legte im Rituale Romanum fest: »Der Pfarrer möge dafür sorgen, dass den Kindern keine anstößigen oder lächerlichen Namen gegeben werden oder gar solche, die den Sagen entnommen wurden oder solche von Götzen oder Heiden. Statt dessen sind, soweit irgend möglich, die Namen von Heiligen vorzuziehen.«

Die Empfehlung, Täuflingen den Namen eines Heiligen zu geben, findet sich 1566 im »Catechismus Romanus« sowie ebenfalls 1614 im »Rituale Romanum« der römisch-katholischen Kirche.​

Die Seelsorger förderten daher (mit bedingtem, d.h. lediglich regionalem Erfolg) die Bevorzugung der Feier des Namens-tages gegenüber der Feier des Geburtstages. 

Die Jesuiten Societas Jesu, SJ) verankerten dann später neuere (d.h. jüngere) Heiligennamen im Bewusstsein der Bevölkerung.