Die Fatimakapelle bei Sehndorf

Bereits seit sechs Jahrzehnten ist sie eine feste Anlaufstation für Pilger und Hilfesuch-ende: Die Sehndorfer »Fatimakapelle«

Danktafeln an den Wänden der Kapelle zeugen von einem tiefen Glauben.

Von jeher feiert am 15. August der Ort Sehndorf seine Kirmes, am Feste Maria Himmelfahrt. Die »Marienkapelle«, 1843 errichtet und heute immer noch ein Ort für Gottesdienste, Andachten und Totengebete, hat am 15. August ihren Patronatstag.

Die Geschichte der weithin sichtbaren Fatimakapelle am Waldrand auf dem Marienberg beginnt 1951, als Josef Bladt aus Sehndorf bei einer Wallfahrt nach Marienfloss bei Sierck les Bains, den Entschluss fasste, in seinem Heimatort eine Wallfahrtskapelle zu bauen. 

Als regelmäßiger Fatimapilger schwebte Josef Bladt die Erscheinungskapelle im portugiesischen Fatima vor, nach deren Maßstab die Kapelle gebaut werden sollte. Zu Hause führte er mit Gleichgesinnten Gespräche. Man überlegte den Standort und das weitere Vorgehen.

Nach Befragung des damaligen Försters Leo Bauer aus Perl und der Gemeinde Sehndorf, wurde der Platz am Waldesrand auf der damaligen Gemarkung »Auf Klopp« für den Bau der Kapelle zur Verfügung gestellt. 

Der Maurer Peter Kirsch aus Oberperl, Peter und Anna Roth, sowie Katharina Becker aus Sehndorf begannen Anfang August 1952 mit dem Bau der Kapelle. Mit einem Pferdegespann wurden die Steine aus einem Steinbruch und einem Bunker von Alois Kirsch herbei geschafft. Die Kapelle wurde nach dem Stil der Erscheinungshalle in Fatima gebaut.

Das Glasfenster der Hauptnische stammt vom Schreiner Matthias Mohr aus Perl, zwei Bänke wurden von Alfred Herber aus Sehndorf aufgestellt. Schmiedearbeiten steuerte die Schlosserei Gliedner aus Nennig bei. Für weitere Arbeiten stellten sich Matthias Marx, Perl und Peter Ginsbach, Sehndorf in den Dienst der guten Sache. Auch die Gemeinde Perl half mit: Sie legte die Außenanlagen an.

Am 14. September 1952 wurde die neue Begegnungsstätte von dem Perler Pfarrer Leo Sudbrack eingeweiht. Die Feier wurde vom KGV Cäcilia unter der Leitung von Josef Arnoldi und dem MV 1867 Perl unter der Leitung von Johann Peter Kiefer mitgestaltet.

Im August 1954 brachte Josef Bladt von seiner Pilgerfahrt nach Fatima eine Marienstatue mit, was die Anziehungskraft der Kapelle auf die Gläubigen noch verstärkte.

Anfang der 1960er Jahre wurden handgeschnitzte Kreuzwegstationen aus Holz von Johann Peter Wagner aus Sehndorf angefertigt. 

Bis 1968 fand jeweils am 15. August bei Anbruch der Dunkelheit nach einer Einleitung in der Marienkapelle in der Dorfmitte die Lichterprozession auf dem Kreuzweg in den Weinbergen hinauf zur Fatimakapelle statt. Mehrere Hundert Gläubige nahmen seinerzeit daran teil.

1971 wurde die Kapelle von der Anstreicherfirma W.E. Frank aus Perl renoviert. Als Pfarrer Leo Sudbrack 1968 erkrankte und 1969 starb, fand zunächst auch keine Lichterprozession am 15. August mehr statt.

1983, nach 15-jähriger Pause, regte ein Lourdespilger aus Perl die Wieder-aufnahme der Lichterprozession an. 

1992 erhielt die Fatimakapelle ein neues Dach, wiederum gestiftet vom Erbauer der Kapelle Josef Bladt. 


Marienstatue gestohlen

1993 wurde von Dieben die Marienstatue gestohlen. 1997 brachte Josef Bladt von einer weiteren Wallfahrt nach Fatima eine gesegnete Muttergottesstatue, die heutige »Maria«, mit. 

Seit Mai 1997 findet regelmäßig an jedem 13. des Monats eine Marienandacht an der Fatimakapelle statt (Sommerzeit: 19 Uhr, Winterzeit 16 Uhr)

Dies war auch der Wunsch des am 25. November 1998 unerwartet verstorbenen Stifters und Marienverehrers Josef Bladt, eine Tradition, die bis heute fester Bestand hat.