Sehenswertes

Die Burg Wincheringen ist die Ruine einer ehemaligen Wasserburg bei 240 m ü.NN. in der Ortsmitte der Gemeinde Wincheringen.

Die Wasserburg wurde im 14. Jahrhundert von den Herren von Wincheringen erbaut und 1333 erstmals erwähnt. Bereits im 10. bis 12. Jahrhundert wurde mit »Folmarus de Winchern« im Güterverzeichnis der Abtei Mettlach ein Geschlecht von Wincheringen genannt.

1357 wurde die kurtrierische Burg den Freiherren von Warsberg zum Lehen überlassen und bleibt bis Ende des 18. Jahrhunderts in deren Besitz.

Im 15. Jahrhundert entstand der Bergfried, im 16. Jahrhundert das Herrenhaus, 1830 brachte man die Glocken den Pfarrkirche St. Peter im Bergfried unter und 1850 fanden weitreichende Umbaumaßnahmen statt, die den ursprünglichen Zustand erheblich veränderten.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Wehrturm zerstört und wieder aufgebaut. Seit 1975 ist das Warsberghaus zusammen mit dem Wehrturm im Besitz der Ortsgemeinde Wincheringen.

Der 17 Meter hohe Wehrturm (Bergfried) aus dem 15. Jahrhundert mit dreiseitig vortretendem Treppenturm und Renaissanceportal dient heute noch als Glockenturm und ist das Wahrzeichen der Ortsgemeinde Wincheringen.

Das dreigeschossige Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert im Stil der Renaissance dient heute als Gemeindebüro und Veranstaltungssaal.

          

Die Pfarrkirche in Wincheringen

Die heutige Pfarrkirche wurde in den Jahren 1883/84 nach den Plänen des Trierer Architekten Reinhold Wirtz im Gotik-Stil errichtet und ist dem hl. Petrus geweiht.

Die Steine wurden aus dem Steinbruch des Kaufmanns Jakob Bornhofen am Mäusberg gebrochen. Er lieferte auch den Kalk aus seiner »Kalkkaul«. Der Sand wurde aus der Mosel gebaggert.

Die Baumaterialien wurden von den Bauern des Dorfes zum Teil in beschwerlicher Arbeit vom Bahnhof über den damals einzigen Zugangsweg durch Fuchsloch angefahren.

Am 29.6.1884, dem Patronatsfest der Pfarrei, wurde die neue Kirche vom damaligen Bischof Michael Felix Korum eingeweiht.

In 1894 erhielt die Kirche die erste Orgel als Geschenk des Peter Faber aus Söst, der nach Brooklyn (USA) ausgewandert war. Er war auch der Erbauer der Söster Kapelle.

Es folgte dann am 6.10.1944 der »Schwarze Freitag«, als die Kirche bei einem Fliegerangriff einem Großbrand zum Opfer fiel. Im Saale des heutigen Warsberger-Hofes wurde eine Notkirche eingerichtet.

Unter reger, tatkräftiger Mitwirkung der Dorfbevölkerung erfolge der Wieder-aufbau. Am Pfingstmontag, den 25.5.1947 erfolgte der Wiedereinzug in die Pfarrkirche.

Weitere Renovierungen und kunstvolle Restaurierungen, zuletzt in 1987, machen die Pfarrkirche heute in ihrer ansprechenden Ausgestaltung zu einer sehenswerten Stätte der Begegnung, Ruhe und Besinnung.

            

Das Bilzinger Brunnenhaus

Unter der Schlauchhaspel befindet sich in ca. 15 m Tiefe die Quelle (Wetterbrunnen).

1852 wurde der Wetterbrunnen ausgemauert und ausgebaut. Ein Jahr später erfolgte der Bau des Brunnenhauses über diesen neu erbauten Brunnen. In den Folgejahren bis heute wurde das Brunnenhaus mehrfach renoviert und repariert.

Vom Wetterbrunnen in Bilzingen werden nachgewiesener Maßen die Brunnen von Wincheringen und Helfant gespeist.

 

Das Helenenkreuz

Die Namensgebung dieses Flurdenkmals geht zurück auf die hl. Helena, Mutter des römischen Kaisers Konstantin. Überlieferungen zufolge brachte sie von einer Pilgerreise ins Heilige Land den heiligen Rock und die Gebeine des Apostels Matthias nach Trier.

Auf ihrem Weg nach Trier soll sie am Platz des heutigen Denkmals gerastet haben. Genau an diesem Punkt befand sich eine Straßengabelung der alten Römerstraße (im Volksmund »Kim« genannt) von Trier nach Metz. Eine Route führte über Merzkirchen, die zweite über Palzem und Stadtbredimus Richtung Metz.

Das heutige Kreuz, so wird überliefert, wurde 1746 als Totengedenkkreuz errichtet. Die weitere Datierung »1810« bezeichnet eine Erneuerung.

Die Datierung »1599« verweist auf das Vorgängerkreuz, das im 16. Jahrhundert bereits die Bezeichnung »Helenenkreuz« trug. Das »Helenen-kreuz« auf der ›Kim‹ nahe Bilzingen befindet sich exakt auf einer Höhe von 413  m  über Normal-Null.

             

Dorfbrunnen und Brunnenhaus

In der Ortsmitte von Wincheringen befinden sich der Petrus-Brunnen, sowie das gegenüberliegende »Wincheringer Brunnenhaus«.

     

Ortsteil Söst, Filialkirche St. Bernhard

Die Kirche ist umschlossen vom terrassenförmig angeschütteten und ummauerten Friedhof. Sie ist ein kleiner, neugotischer Saalbau in nordöstlicher Ausrichtung. Der Neubau von 1890 erfolgte nach Plänen von Reinhold Wirtz als Nachfolger einer 1712 genannten, dem hl. Antonius von Padua, später dem hl. Bernhard geweihten Privatkapelle.

Sie ist ein steinsichtiger, schiefereingedeckter Bruchsteinbau aus Kalksandstein zu zwei Achsen und eingezogenem Chor mit Dreiachtelschluss. Das von gemauerten, spitzbogig schließenden Fenstern charakterisierte Gebäude wird von kräftig vorstehenden Strebepfeilern modelliert.

Die Fassade gliedert im Giebel eine gestaffelte Blendengruppe, das recht-eckige Portal ist gleichfalls in eine Spitzbogenblende eingesetzt (im Sturz bezeichnet »H. SAG. COND. 1890 PET. FABER«).

Das Innere ist kreuzgratgewölbt, der Chor kreuzrippengewölbt. Der aus der selben Zeit stammende neugotische Holzaltar ist ein schlichter 3-nischiger Fialaufbau (Fialen von italienisch foglia, = Blatt oder Nadel in der Pflanzenwelt) mit dem Tabernakel in der Mitte. In der kleinen, gut durchgegliederten Kirche fand die für Wirtz charakteristische Formgebung Verwendung.

Den Kirchenbau stiftete der aus Niedersöst stammende, nach Nordamerika ausgewanderte Peter Faber. (Inschriftenplatte im Chor und Portalbezeich-nung)  siehe Foto unten


weiterhin sind sehenswert:· 

  • Burgstraße 3: Schule; Gebäudegruppe, 1843, 1894, 1953
  • Im Weissfeld 2: stattliches Quereinhaus, 1870
  • Im Weissfeld, Ecke Trierer Straße: Leuckskreuz; Wegekapelle, Schaftkreuz bezeichnet 1841
  • Kirchenbergstraße 5: Pfarrhof; Quereinhaus, klassizistischer Krüppelwalm-dachbau, bezeichnet 1810
  • Mühlenweg 3: ehemalige Mühle; Krüppelwalmdachbau, 1789, Erneuerung 1877
  • Petersberg: Wegekreuz; Bildstockaufsatz, bezeichnet 1809
  • Reiterstraße, Ecke Warsbergerstraße: Reiterkapelle; Altarkreuz in Mauer-nische, Ende des 19. Jahrhunderts
  • (an) Reiterstraße 3: Hauspforte, spätklassizistisch, Mitte des 19. Jahr-hunderts
  • (bei) Warsbergerstraße 29: Schaftkreuz in Wegekapelle, bezeichnet 1631
  • Warsbergerstraße 36: Parallelhof, Ende des 19. Jahrhunderts
  • Warsbergerstraße 38: historistischer Streckhof, Ökonomie bezeichnet 1816, Wohnhaus bezeichnet 1906
  • Warsbergerstraße 47, Trierer Straße 5: Heiligenhäuschen; Schaftkreuz bezeichnet 1864
  • nahe am Bahnhof Wincheringen am Moselufer: Grenzstein; Säule, um 1821 


Quelle: www.wincheringen-mosel.de