Der ›Wiener Kongress‹ 

Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord

Der ›Wiener Kongress‹ (18. September 1814 bis 9. Juni 1815) war eine Konferenz aller politischen Mächte Europas, die sich anlässlich der Niederlage des napoleonischen Frankreichs im vorangegangenen Frühjahr zur Neuzeichnung der politischen Landkarte des Kontinentes im Sinne des Legitimitätsprinzips versammelte.

Leiter des Kongresses war Fürst von Metternich.

Wichtigste Teilnehmer des Kongresses waren Fürst von Metternich (siehe Bild unten) für Österreich, der preußische Fürst von Hardenberg und Zar Alexander I. von Russland, die sich zur so genannten Heiligen Allianz zusammenschlossen, sowie Viscount Castlereagh für England und Talleyrand (siehe Bild rechts) für Frankreich.   

   

Fürst von Metternich

Aus dem Wiener Kongress folgte der Deutsche Bund. Grundlage für die Verhandlungen über eine staatliche Neuordnung der Länder des vormaligen Heiligen Römischen Reiches (Deutscher Nation) während des Wiener Kongresses war der Artikel VI des Ersten Pariser Friedens vom 30. Mai 1814. Dort wurde den deutschen Staaten ihre Unabhängigkeit und die Vereinigung durch ein föderatives Band zugesichert.  


Der ›Wiener Kongress‹ und unsere Region

Das Gebiet des heutigen Landkreises Merzig-Wadern kam 1815 nach dem Wiener Kongress unter preußische Verwaltung.

Der Wiener Kongress (18. September 1814 bis 9. Juni 1815) war eine Konferenz aller politischen Mächte Europas, die sich anlässlich der Niederlage des napoleonischen Frankreichs im vorangegangenen Frühjahr zur Neuzeichnung der politischen Landkarte des Kontinentes im Sinne des Legitimitätsprinzips versammelte. Leiter des Kongresses war Fürst von Metternich.

Er wird als Beginn der metternich'schen Restauration angesehen. Die Verhandlungen wurden auch fortgeführt, als Exkaiser Napoleon I. aus dem Exil zurückkehrte und seine Macht in Frankreich im März 1815 wiederherstellte. Die Schlussakte des Kongresses wurde neun Tage vor Napoleons endgültiger Niederlage bei Waterloo unterzeichnet.

Wichtigste Teilnehmer des Kongresses waren Fürst von Metternich für Österreich, der preußische Fürst von Hardenberg und Zar Alexander I. von Russland, die sich zur so genannten Heiligen Allianz zusammenschlossen, sowie Viscount Castlereagh für England und Talleyrand für Frankreich. Aus dem Wiener Kongress folgte der Deutsche Bund, der sich wie der Wiener Kongress mit der Restauration beschäftigte.

        

Hauptresultate des Kongresses:

  • Frankreich gibt seine von 1795-1810 annektierten Gebiete zurück, bleibt aber Großmacht in den Grenzen von 1792.
  • Russland vergrößert sein Territorium auf Kosten von Polen. Große Teile des von Napoleon I. beherrschten polnischen Gebietes hatte der Zar dem Herzogtum  von Warschau  als »Königreich  von  Polen« (Kongress-polen) einverleibt.
  • Galizien geht an Österreich, mit Ausnahme der Republik Krakau.
  • Preußen verzichtet auf Pole n, erhält jedoch das Gebiet um Posen und verschiebt seinen Bereich nach Westen. Es gewinnt Westfalen und das Rheinland.
  • Die Zahl der Einzelstaaten in Deutschland wird erheblich verkleinert, ein Prozess, der bereits durch den Reichsdeputationshauptschluss 1803 eingeleitet wurde.
  • Der lockere Deutsche Bund souveräner Staaten entsteht und verabschiedet als Grundgesetz die Deutsche Bundesakte. Sie ist auch direkter Bestandteil der Wiener Kongressakte.
  • Auch Österreich erwirbt Gebiete hinzu, vornehmlich die ehemalige Republik Venedig, erobert durch Frankreich 1797.
  • Außerdem erhielt Österreich Tirol, Salzburg und das Innviertel. Es wird aber durch die Vergrößerung der imperialen Nachbarn eher geschwächt. 
  • Die früher österreichisch beherrschten südlichen Niederlande (in etwa das heutige Belgien) werden den Nordniederlanden einverleibt und bilden damit das vereinigte Königreich der Niederlande.
  • Die deutschen Staaten Bayern und Hannover werden vergrößert, während Sachsen gleichsam als Strafe für sein einstiges Bündnis mit Frankreich fast zwei Drittel seines Territoriums und 40 % seiner Einwohner in den nördlichen und östlichen Gebieten an Preußen und die thüringischen Besitzungen an Sachsen-Weimar-Eisenach verliert. 
  • Dänemark gibt aufgrund seiner Unterstützung für Napoleon Norwegen an Schweden ab.
  • Die Schweiz verliert das Veltlin an Österreich, erhält aber dafür von Frankreich einen Teil von Savoyen und damit eine Verbindung zum Waadtland, und von Österreich die Grafschaft Rhäzüns in Graubünden.
  • Innerhalb der neuen Grenzen streiten sich die Eidgenossen um die Kantonsgrenzen. So verlor der Kanton Bern seine Gebiete im Aargau und Waadtland, dafür bekamen sie den Jura, das frühere Bistum Basel. Der daraus entstehende Jurakonflikt dauerte bis zur Gründung des selbst-ständigen Kantons Jura im Jahr 1977 an.
  • Anerkennung der immerwährenden Neutralität und Unverletzlichkeit der Schweiz und ihrer Grenzen sowie ihrer Unabhängigkeit von jedem fremden Einfluss. Diese internationale Anerkennung bildet bis heute die maßge-bende Grundlage für die schweizerische Außenpolitik.


In den meisten anderen Punkten suchte der Kongress eine Rückkehr zu den Vorkriegsgrenzen von 1792 und eine Wiederherstellung der Herrschaft der konservativen Monarchien Europas – einschließlich einer wieder hergestellten französischen Bourbonendynastie, deren König Ludwig XVIII. wird.

Die »Neu«-ordnung Europas durch den Wiener Kongress, die im Grunde eine Rückbesinnung auf die Zustände vor Napoleon und vor der französischen Revolution von 1789 war, blieb langfristig so nicht haltbar.

Trotz der dem Kongress folgenden Restauration, der Unterdrückung nationaler und liberaler, sowie demokratischer Bestrebungen, hatten sich die Ideen von bürgerlichen Rechten und nationaler Eigenständigkeit im Bürgertum durch die französische Revolution und Napoleons Code Civil auch nach den Befreiungskriegen gegen Napoleon festgesetzt.

In den Jahren nach dem Kongress kam es immer wieder zu Demonstrationen, Aufständen bis hin zu Revolutionen und Kriegen, die sich sowohl gegen die innenpolitischen als auch die zwischen-staatlichen Regelungen des Wiener Kongresses richteten.

In Frankreich kam es 1830 bei der liberalen Julirevolution, die auch Auswirkungen auf die Nachbarstaaten hatte, wo sie teilweise nach zusätzlichen Aufständen zu Verfassungen führte, zum Sturz des 1824 eingesetzten Bourbonenkönigs Karl X. und zur Berufung des Bürgerkönigs Louis Philippe auf den französischen Thron.

Dieser wurde 18 Jahre später bei der Februarrevolution 1848 seinerseits gestürzt, nachdem er sich zunehmend der Politik der Heiligen Allianz angenähert hatte. Nach Louis Philippe wurde 1848 in Frankreich die Zweite Republik ausgerufen.

Die Polen fanden sich nie mit der Aufteilung ihres Landes zwischen Russland, Österreich und Preußen ab. In fast regelmäßigen Abständen kam es in den polnischen Provinzen dieser drei Staaten immer wieder zu nationalpolnischen Aufständen gegen die jeweilige Fremdherrschaft.

In den Staaten des deutschen Bundes wuchs trotz massiver Repression und Zensurmaßnahmen eine liberale und nationale Bewegung heran, die schließlich in der Märzrevolution von 1848/49 zur Überwindung des metternichschen Systems führte.

Trotz der letztlichen Niederschlagung der Märzrevolution etablierte sich die Idee eines gesamtdeutschen Staates danach auch in konservativen Kreisen. Im Anschluss an den Deutsch-Dänischen Krieg 1864, den Deutschen Krieg 1866 und den Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 wurde 1871 das deutsche Kaiserreich unter preußischer Führung als Kleindeutsche Lösung (d.h. ohne Österreich) ausgerufen.

In den italienischen Staaten und Provinzen flammten nach 1815 bis 1870 immer wieder die verschiedenen Aufstände des Risorgimento (= Wiedererstehung) auf; mit dem Ziel einer Einigung Italiens, die endgültig zwischen 1861 und 1870 auch in Kriegen gegen Österreich erkämpft wurde, lehnten sich die italienischen Nationalrevolutionäre gegen die Vorherrschaft der österreichischen Habsburger in Norditalien und der spanischen Bourbonen in Süditalien auf.

In der Schweiz folgte die Restauration mit dem Bundesvertrag durch die an der Existenz der Schweiz interessierten Mächte. Dieses sehr einfache Grundgesetz sollte bis 1847 die staatsrechtliche Basis der Eidgenossenschaft bilden.

1816 teilte Preußen seine Provinzen in Regierungsbezirke und Kreise ein.

So entstand der Landkreis Merzig innerhalb des Regierungsbezirks Trier in der Rheinprovinz.

Nach dem Ersten Weltkrieg (Versailler Vertrag) wurde das Saargebiet vom Deutschen Reich abgetrennt und 1920 unter Völkerbundmandat gestellt.

Zu diesem Saargebiet gehörte u.a. auch der überwiegende Teil des Kreises Merzig, der danach als »Stammkreis Merzig« bezeichnet wurde.

Der abgetrennte, bei Preußen und damit beim Regierungsbezirk Trier verbleibende Teil des sog. Restkreises Merzig, nahm seinen Sitz in Wadern. 1935 kam der Stammkreis Merzig wieder zum Deutschen Reich.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Stamm- und Restkreis Merzig 1946 wieder vereinigt und gehören seitdem ganz zum Saarland, wo er seit 1964 unter der Bezeichnung Landkreis Merzig-Wadern geführt wird.

Durch die Gebiets- und Kreisreform des Saarlandes 1974 wurde der Landkreis nur unwesentlich verändert. Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst der Landkreis Merzig-Wadern noch 7 Gemeinden, darunter 2 Städte.                   

Größte Stadt des Kreises ist die Kreisstadt Merzig, die kleinste Gemeinde ist Perl.


Quellen: wasistwas.de/archiv-geschichte, kreisgebiet.de, uni-protokolle.de